Das goldene Ei
TH Christoph Schlingensiefs Produktion «Die Kirche der Angst vor dem Fremden in mir» ist mit weit über 400.000 Euro die teuerste Produktion, die es je beim Theatertreffen gab. Kann sich das Festival das leisten?
Iris Laufenberg Mit Hilfe der Ruhrtriennale und durch die persönliche Unterstützung von Christoph Schlingensief konnten wir die Kosten runterrechnen.
Das Theatertreffen leistet die anteilige Basisfinanzierung von einem Zehntel unseres Gastspiel-Etats, den Rest finanzieren wir über zusätzliche Mittel: von der Bundeskulturstiftung, der Kunststiftung NRW, vom Land NRW und weiteren Förderern – wir haben heftig Fundraising betrieben und sind mächtig stolz, mit diesem in jeder Hinsicht bemerkenswerten Gastspiel das Theatertreffen im Mai in Berlin eröffnen zu können.
TH Was macht die Produktion so teuer?
Laufenberg Im Vergleich zum Gastspiel eines Repertoiretheaters ist «Die Kirche der Angst» tatsächlich sehr teuer – allerdings nur auf den ersten Blick. Denn das Repertoiretheater greift ja auf eine ganze Menge subventionierter Arbeit zurück – Techniker, Bühnenbild, Ensemble –, während man bei Festivalproduktionen einen beträchtlichen Teil der Produktionskosten neu zahlen muss. Das ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Michael Merschmeier Die Kinder-Frage zuerst: Was war die erste Theateraufführung, an die Sie sich heute noch erinnern?
Jürgen Flimm Tatsächlich war das «Peterchens Mondfahrt» in Bergisch Gladbach im Theater «Der bergische Löwe». Ich bin mit einer Freundin der Familie – wir wohnten in Köln-Delbrück – dahin. Aber viel mehr weiß ich nicht.
MM Kam danach der...
Selten ist so schön zu sehen, dass «Faust I» – hier in der «Urfaust»-Variante – aus zwei Stücken besteht. Teil 1: das Dilemma eines älteren Gelehrten, der die Welt im Innersten verstehen will, aber inzwischen gemerkt hat, dass der Verstand seine Grenzen hat.
Zur besseren Verdeutlichung lässt Regisseur Andreas Kriegenburg seinen Urfaust zunächst von Katharina Matz...
Eines Tages, sagt er, habe er sich schlagartig verändert. Das muss wohl wahr sein, denn seither ist er ein pathologischer Fall und in Tschechows Menschenpanorama der einzige tatsächlich Depressive. Heute würde der Hausarzt seines Vertrauens ihm ein Medikament zur Mobilisierung der einschlägigen Neurotransmitter verabreichen, und es ginge ihm etwas besser. Zu Zeiten...
