Was können wir noch?
Die Frage, die ich in den letzten Wochen der Pandemie am häufigsten von befreundeten Theatermacher*innen gehört habe, war die Sinnfrage. Sie war uns sonst nicht eigen. Theatermenschen wissen meistens, was zu tun ist: Theater machen. Und oft wissen sie sogar, warum: weil Theater einen Unterschied macht.
Natürlich gibt es auch in unserer Branche – wie in jeder Kunstsparte und in jedem Gewerbe außerhalb der Kunst – die Sinnentleerten, die Egomanen, deren Arbeit entweder aus der Langeweile heraus entsteht oder von dem Privileg konstituiert wird, einfach irgendetwas machen zu können, weil es sich gerade anbietet und die Umstände günstig sind.
Unter meinen Freund*innen ist vor Covid–19 die Frage «Warum machen wir Theater?» oder «Was mache ich hier in diesem dunklen Proberaum?» nie gefallen. Wir produzierten Theaterabende, die darauf zielten, auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen und sie Schritt für Schritt, in Millimeterarbeit, zu verändern. Die letzten Jahre (am Ballhaus Naunynstraße und dann am Gorki Theater Berlin) zeigten, dass es funktionieren kann – und der Beweis dafür waren nicht die Auszeichnungen der Kulturszene, sondern dass andere Körper die Bühnen deutscher Staats- und ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 36
von Sasha Marianna Salzmann
Great wide open, das klingt wie ein Versprechen und ein Abgrund zugleich. Oder wie ein (natürlich abgesagtes) Tennisturnier. «A rebel without a clue» ist der nachwuchsmusikalische Protagonist in Tom Pettys James-Dean-Abgesang «Into The Great Wide Open»: ein Aufbegehrender, der nicht nur keinen Grund, sondern außerdem noch keine Ahnung hat. Ein solcher kann eben...
eine kleine shutdown-chaconne
fürs große leere burgtheater
willkommen in der irrelevanz
und
viel spaß
musik
tomaso antonio vitali – chaconne in g minor
fka twigs – home with you
johann jakob froberger – suite no 12 in C major (lamento sopra la
dolorosa oerdita della real msta di ferdinando iv)
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hinten ein paar geigen
die einfach keine ruhe geben wollen
zwei drei...
«… mir fiel andererseits bereits auf, dass zwar viel geschah,
was mir nicht gefiel, aber doch nie genau das, was ich mir
zuvor besorgt ausgedacht hatte. Der Lauf der Dinge überschrieb meine Phantasie unentwegt.»
Dietmar Dath
Als wir vor zwei Jahren eine Version von Natascha Gangls Text «Die große zoologische Pandemie» in unseren Spielplan hineindachten, ahnten wir...
