Was können wir noch?
Die Frage, die ich in den letzten Wochen der Pandemie am häufigsten von befreundeten Theatermacher*innen gehört habe, war die Sinnfrage. Sie war uns sonst nicht eigen. Theatermenschen wissen meistens, was zu tun ist: Theater machen. Und oft wissen sie sogar, warum: weil Theater einen Unterschied macht.
Natürlich gibt es auch in unserer Branche – wie in jeder Kunstsparte und in jedem Gewerbe außerhalb der Kunst – die Sinnentleerten, die Egomanen, deren Arbeit entweder aus der Langeweile heraus entsteht oder von dem Privileg konstituiert wird, einfach irgendetwas machen zu können, weil es sich gerade anbietet und die Umstände günstig sind.
Unter meinen Freund*innen ist vor Covid–19 die Frage «Warum machen wir Theater?» oder «Was mache ich hier in diesem dunklen Proberaum?» nie gefallen. Wir produzierten Theaterabende, die darauf zielten, auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen und sie Schritt für Schritt, in Millimeterarbeit, zu verändern. Die letzten Jahre (am Ballhaus Naunynstraße und dann am Gorki Theater Berlin) zeigten, dass es funktionieren kann – und der Beweis dafür waren nicht die Auszeichnungen der Kulturszene, sondern dass andere Körper die Bühnen deutscher Staats- und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Antworten auf die Zukunft, Seite 36
von Sasha Marianna Salzmann
Es ist nicht so, dass ich die Fragen, die zu diesem und anderen Beiträgen der Anlass waren, nicht nachvollziehen könnte, ganz im Gegenteil: Was soll anders werden nach der Krise? Was bleiben? Souverän ist nicht, wer über den Ausnahmezustand verfügt …
Zunächst einmal aber war der Beginn der Covid-19-Krise ein gigantischer Verwaltungsakt. Es brauchte Regeln (wer...
Jetzt oder in tausend Jahren, wo ist da der Unterschied? Der Kosmos ist zehn Milliarden Jahre alt, und in zehn Milliarden Jahren wird er wieder in sich zusammenfallen, da kommt es auf die tausend Jahre auch nicht mehr an.
Wir befinden uns an Bord der Zimorodok I, einem Schiff der russischen Raumstreitkräfte, zu Beginn des 22. Jahrhunderts. Die Mission der...
A
Ibrahim Amir
Noch kein Titel (Schauspiel Köln)
Thomas Arzt
Leben und Sterben in Wien (Theater in der Josefstadt Wien)
B
Lukas Bärfuss
Das Einsiedler Welttheater (Klosterplatz Einsiedeln)
Luther (Nibelungenfestspiele Worms)
Wolfgang Barth
Rabatz im Zauberwald II (Waldbühne Heessen)
Esther Becker
Das Leben ist ein Wunschkonzert (Grips Theater Berlin)
Constanze...
