In der Retro-Zukunft
Jetzt oder in tausend Jahren, wo ist da der Unterschied? Der Kosmos ist zehn Milliarden Jahre alt, und in zehn Milliarden Jahren wird er wieder in sich zusammenfallen, da kommt es auf die tausend Jahre auch nicht mehr an.
Wir befinden uns an Bord der Zimorodok I, einem Schiff der russischen Raumstreitkräfte, zu Beginn des 22. Jahrhunderts. Die Mission der sechsköpfigen Besatzung besteht in der mehrmonatigen Reise zum Planeten Kallisto, in der Hoffnung, dort Wasser zu finden und den Fortbestand der Menschheit zu sichern.
Michel Decar zeichnet liebevoll eine Gruppe verschrobener Figuren: Wir lernen die lebensmüde Chef-Ingenieurin Natascha kennen, den hypochondrischen Geochemiker Kolja, der dauernd die Außenhülle des Raumschiffs knirschen hört, die fortschrittliche und resolute, aber heimlich in Kolja verliebte Kapitänin des Schiffs, Jelena, den Co-Pilot Boris, der sich erfolglos als Science-Fiction-Autor versucht, die abgeklärte und ein wenig undurchsichtige Kernphysikerin Sonja und den konservativen Astrobiologen Ilya Quapp, der zu Forschungszwecken einige Wellensittiche mitführt.
Ganz genregetreu basiert das Setting auf Tatsachen: Die Erkundung des Mondes Kallisto durch Raumsonden ...
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Theater heute Jahrbuch 2020
Rubrik: Neue Stücke, Seite 140
von Katja Herlemann
Es war bei einer diesen morgendlichen Diskussionen, vor der eigentlichen Probe, als wir ganz nah beieinander an einem Tisch saßen. Ein Schauspieler beschrieb, wie ein anderer Schauspieler gespielt hat, und benutzte das Wort «souverän». Dann sagte jemand anderes :«Ja, souverän! So souverän.» Ich wusste nicht, was souverän bedeutet. Es klang fremd. Wahrscheinlich,...
Es ist nicht so, dass ich die Fragen, die zu diesem und anderen Beiträgen der Anlass waren, nicht nachvollziehen könnte, ganz im Gegenteil: Was soll anders werden nach der Krise? Was bleiben? Souverän ist nicht, wer über den Ausnahmezustand verfügt …
Zunächst einmal aber war der Beginn der Covid-19-Krise ein gigantischer Verwaltungsakt. Es brauchte Regeln (wer...
Endlich ist sie da, die lang erwartete neue Arbeit von Rainald Goetz für das Theater, über zwanzig Jahre nach der letzten Uraufführung «Jeff Koons» (1999 am Schauspielhaus Hamburg).
Und was für ein Opus Magnum, fünf Akte zuzüglich eines Prologs und eines Epilogs, 106 eng beschriebene Seiten umfasst das Manuskript. Dem Stück als Motto vorangestellt ist eine Zeile...
