Was fehlt?
Fokussierung zum Tod
«Arbeit und Struktur» von Wolfgang Herrndorf am Schauspielhaus Düsseldorf, inszeniert von Adrian Figueroa
Es gibt einen Unterschied zwischen dem existenziellen Trost einer großen Erzählung und dem Müll, von dem wir eindeutig zu viel lesen. So schrieb es der krebserkrankte Autor Wolfgang Herrndorf in seinem Blog-Tagebuch «Arbeit und Struktur». Gleiches gilt eindeutig auch für Theaterstücke.
Was für ein Glück, dass es dem Regisseur Adrian Figue -roas im Düsseldorfer Schauspielhaus in der Inszenierung dieses Tage -buchs gelingt, genau jenen existenziellen Trost zu vermitteln, den Herrndorf wohl meinte.
«Arbeit und Struktur» ist eine dreieinhalbjährige Reise des Autors zum Tode, Figueroa behandelt sie als heiteres, melancholisches und tröstliches Zwiegespräch mit seinen eigenen Kunstfiguren «Maik» und «Isa» aus «Tschick». Es ist eine eigenartige Ironie, dass Wolfgang Herrndorf erst im Angesicht seiner tödlichen Diagnose eine so umfassende Fokussierung gelang, dass dieser Roman in wenigen Wochen fertiggestellt und auf Anhieb zum Weltbestseller wurde. In Großaufnahme lässt uns Schauspieler Florian Lange als Herrndorf an dessen Innenwelt teilnehmen, die ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Best of, Seite 26
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