Tod tanzt
Was er wohl so denkt, wenn er vor der Tür steht? Oder in diesem Fall: sie, «die Tod»? Der Dramatiker Marcus Peter Tesch, Jahrgang 1989 und aus dem niederbayerischen Deggendorf, in Gießen ausgebildet und in der Dramaturgie der «Schaubühne» in Berlin weiter geschult, war zweimal Leiter des «Writers Room» beim Theatertreffen und 2017 nominiert für den Retzhofer Dramapreis; er stellt Tod, den letzten Gast, den wir alle empfangen werden, ohne ihn eingeladen zu haben, ins Zentrum einer Geschichte, die gerade nicht von jenem legendären Flugbegleiter handelt, den der Titel assoziativ zu b
eschwören scheint: Gaétan Dugas, einem der frühesten Träger des Aids-Virus.
Weil er – so erinnert das Programmheft – der erste außerhalb Kaliforniens war, erhielt er in der Krankenakte den Namen «Patient Zero». Dugas starb 1984, fünf Jahre, bevor Tesch zur Welt kam; der Dramatiker will nun Echos der Pandemien über Generationen hinweg zeichnen: von der ersten bis in die Gegenwart nach der zweiten, der mit dem Covid-Virus. Sarah Kohm, ebenfalls im Umfeld der Berliner Schaubühne zuhause, hat die Uraufführung inszeniert im «Theater im Fridericianum» am Staatstheater Kassel.
Von Beginn an ist der Text vor ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Michael Laages
Fast den ganzen Abend haben die Schauspieler Daniel Lommatzsch und Sebastian Rudolph schon als stumme Edel -statisten in schwerer Feuerwehrmontur verbracht. Erst kurz vor Schluss dieser letzten eigenen Inszenierung des scheidenden Intendanten Nicolas Stemann am Schauspielhaus Zürich schälen sie sich aus den Uniformen, tragen Anzüge darunter, werden zu aalglatten...
Steffen Link ist in einer freichristlichen Gemeinde aufgewachsen, die seine Eltern mitgegründet haben. Jetzt hat er darüber ein Stück geschrieben. Nach einigen in Co-Autorschaft entstandenen Projekten legt der 1989 geborene Schauspieler, Ensemblemitglied am Münchner Volkstheater, mit einem autofiktionalen Drama seinen Solo-Erstling als Autor vor. «Der Verein» hat...
Thetis, die alte Nymphe, liegt im Liegestuhl am Strand. Der ist – wie sie selbst – etwas in die Jahre gekommen. Die Kostümbildner:innen Lena Schön und Helen Stein haben Gala Othero Winter ein besonders fließendes, besonders altmachendes Kleid in gedeckten Graubraungold-Tönen und eine Perücke mit großen, rotbraunen Locken verpasst – so ausstaffiert liegt sie da auf...
