Was Autokratien den Boden bereitet

In der Familiengeschichte der Autorin Sasha Marianna Salzmann spiegeln sich die Konflikte der Gegenwart – ein Gespräch

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Theater heute Im November sind Sie mit dem Kleistpreis ausgezeichnet worden, herzlichen Glückwunsch! In der Dankesrede erwähnen Sie Ihren Großvater Danja, der auch in Ihrem jüngsten Theaterstück eine Rolle spielt (vgl. Stückabdruck TH 10/24): Er wuchs auf in der Ukraine, war geprägt von der Sowjetunion, ist in den 1990er Jahren, anders als sein bester Freund, mit seiner Familie nicht nach Israel, sondern nach Deutschland gegangen.

Der Nahostkonflikt, der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die Situation hier sind auch die drei Themen, über die wir gerne mit Ihnen sprechen würden. 
Sasha Marianna Salzmann Ich muss nur kurz korrigieren, was Ihr Kollege über «Danja» geschrieben hat: Die Enkelin im Stück bin nicht ich, das ist ein autofiktionaler Text. Sonst müsste man mir vorwerfen, dass ich Lügen verbreite – meine Mutter ist beispielsweise nicht in der Ukraine geboren. Mein Großvater heißt Danja, und er kommt aus Czernowitz. Das ist wahr, aber nicht alles im Stück ist wahr – es ist eine Autofiktion. Der echte Danja hat in Grosny, Tschetschenien studiert, weil er das als Jude in der Ukraine nicht konnte. Er hat meine Großmutter in Czernowitz kennengelernt, sie selbst ist in Odessa ...

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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Interview, Seite 26
von Eva Behrendt; Franz Wille

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ERSTER TEIL

Regine der Schnee körnig
und unter
einem achatgrauen Himmel so
schnell zu Boden fallend wie
ein plötzlicher Regen ich
stehe am Küchenfenster
rauche unablässig in
den Tag hinein ein
Rieseln auf Betonplatten und
das Blech der Fensterbank im
Schlafzimmer liegt
mein Mann liegt Wolfgang
im täglichen Abtragen der
Erinnerungsschichten die Vergangenheit
als...

Gedichte zum Trost

Eine einsame Nacht. Irgendwo in Deutschland, in Nordseeküstennähe. Im Radio laufen die Nachrichten, berichten von Baerbock, Berlin und Kiew. Zum Abschluss das Wetter: Quellwolken, fallende Temperaturen und leichter Nieselregen. Richtig wohlig klingt das alles nicht. Aber wohlig sind die Zeiten ja auch nicht. Und die Nächte sowieso einsam. Letzeres zumindest erzählt...

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