Warum wir kämpfen
In keiner Stadt ist der Sommer so anstrengend wie in New York, und in keiner ist er so schön. Auch der diesjährige bildete keine Ausnahme. Biblische Beton-Hitzewellen wurden regelmäßig von verschwenderisch lauen Abenden abgelöst, mit fest im Stadtbewusstsein verankerten Ritualen. Schulter an Schulter picknickte man beim Klassikerkino im Bryant Park, tanzte auf den Chelsea Piers und schaute sich Opern und Konzerte unter freiem Himmel an.
Doch das ultimative Sommerritual hieß auch dieses Jahr «Shakespeare in the Park», das vom Public Theater auf die Beine gestellte Freiluft-Festival im Central Park, schon seit langem ein fester Bestandteil der Mythologie Manhattans.
Die diesjährige Saison unter dem reißerisch abgewandelten Slogan «Krieg im Park» eröffnete mit einer klassischen «Macbeth»-Inszenierung mit Liev Schreiber in der Titelrolle, Indie-Film-Darling und ein großer Name in der ominösen angelsächsischen Bühnenkategorie des «Shakespeare-Schauspielers». Dem Thema des Sommers gemäß kam «Macbeth» gutmenschlerisch daher voller Anspielungen auf MacBush und seinen Anti-Terror-Krieg. Zwar zeigte sich, dass jambische Pentameter nur begrenzt als Mittel politischer Kritik taugen. Doch der ...
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