Abgeschmeckt und schöngesprochen
Es war das eleganteste Fragezeichen der vergangenen Saison, Händl Klaus’ «Dunkel lockende Welt» (abgedruckt in TH 03/06). Corinna übergibt ihrem Vermieter Joachim Hufschmid die Wohnung, um nach Peru zu gehen. Der findet einen kleinen Zeh, welcher dann von Corinnas Mutter Mechtild irgendwie zurückgeholt werden soll. Für einen Krimi fehlt die handfeste Tat, dafür geizt das Parlando des Rätseltrios nicht mit gebildeten Anspielungen.
Schon der Titel verweist auf Tania Blixens Afrika-Erinnerungen, aber damit hat die geografisch zwischen Finnland und Peru aufgespannte Geschichte am wenigsten zu tun. Als die exzellent besetzte Uraufführung der Münchner Kammerspiele in der Regie von Sebastian Nübling zum Theatertreffen eingeladen wurde, war das Erstaunen so groß wie das Verlangen nach Aufklärung.
Ostendorf flötet
Die «Dunkel lockende Welt» in einem wiederum hervorragend besetzten Hörspiel auf seinen vertrackten Sinngehalt zu überprüfen, dafür ist jetzt erstmals Gelegenheit. Mit Bettina Stucky (Corinna), Marion Breckwoldt (Mechtild) und vor allem Josef Ostendorfs feiner, hoch flötender Tenorstimme, von der zumindest Theatergänger wissen, dass sie einem unerhört massigen Körper entstammt. ...
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