Warum tun sich Gesellschaften mit sozialem Wandel so schwer?
In Zeiten wie diesen, nach einer vorgezogenen Bundestagswahl und einschneidenden Ereignissen im Oval Office, der politisch angestrebten Vereinbarung zu Sondervermögen und Schuldenbremse, ist man versucht, einen Kommentar zur politischen Lage und Stichworte zur Zeit zu liefern: als engagierter Bürger, Zeitgenosse oder analysierender Beobachter von Politik. Von einem Soziologen dürfen und müssen Sie aber erwarten, dass er weder Politik- oder Politikerschelte betreibt noch sich in allgemeinen Bemerkungen ergeht, die Sie auch Tageszeitungen entnehmen können.
Sie sollten – so jedenfalls mein Anspruch – ein breiteres Deutungsangebot bekommen, das hilft, die gegenwärtige Lage besser einzuordnen. Meine Leitfrage für heute ist: Warum tun sich die Gesellschaften mit sozialem Wandel so schwer? Warum brechen so grundsätzliche Konflikte auf? Warum steigt die soziale Gereiztheit? Wie wird Wandel prozessiert, verkraftet, verarbeitet?
Nun, hier in Dresden könnten Sie mir leicht entgegnen, Sie seien Expertinnen und Experten des sozialen Wandels, schließlich haben viele von Ihnen den Zusammenbruch der DDR und die Turbotransformation der 1990er Jahre erlebt. Man muss sogar sagen, dass die Sachsen ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Umbrüche, Seite 46
von Steffen Mau
Chor Sie
Dienerin meinen Sie ich könnte auch studieren die qualvollen Erinnerungen an den Schmutz das Elend die Niedrigkeit alles dessen was mir nahe ist nimmt mir die Kraft zur Auflehnung gegen das scheinbar Unabänderliche ich habe mich ja der eigenen Liquidation preisgegeben
Chor man muss nicht jede Mode mitmachen
Dienerin Ach ja Sie sind die Erste die mir...
Cheering up? Wirklich? In einer Zeit, in der die Realität anmutet wie ein überproduziertes Endzeitdrama – nur ohne Pause, ohne Pointe? Die Gegenwart gleicht einem frontal entgleisten Schnellzug. Der Himmel: ein leerer Bildschirm. Die Luft: gesättigt mit Meinung, aber erschreckend arm an Haltung. Die Gesellschaft wühlt sich durch Debatten wie durch Schuttberge,...
Die Bühne ist ein großes Schweigen» in Paula Kläys Stück «Gewölk». Es kann erst beginnen, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist: «Tauben fliegen drei Mal um das Theater und dann weg.» Sind diese Tauben nur Tauben? Oder könnten es nicht doch auch Mavies Eltern sein, die, immer schweigend, zuletzt nickend, den Kopf vor- und zurückschiebend, auf einer Parkbank...
