Die Alltäglichkeit des Verlusts

Paula Kläy «Gewölk»

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Die Bühne ist ein großes Schweigen» in Paula Kläys Stück «Gewölk». Es kann erst beginnen, wenn eine gewisse Zeit vergangen ist: «Tauben fliegen drei Mal um das Theater und dann weg.» Sind diese Tauben nur Tauben? Oder könnten es nicht doch auch Mavies Eltern sein, die, immer schweigend, zuletzt nickend, den Kopf vor- und zurückschiebend, auf einer Parkbank gesichtet wurden? Paula Kläy lässt vermuten, dass sie beides sind, und überspringt mit Leichtigkeit wechselseitig die Lücke, die zwischen Schauspiel und Realität liegt.

Mavie und Peter treffen sich unvermittelt auf der Theaterbühne. Mavie ist eine Theaterfigur, die sich ausprobiert, die eigene Existenz ausdehnt. Was sie tut, ist gleichzeitig eine «allgemeine» und eine «persönliche Aussage», sagen die Regieanweisungen. Ihr Gesprächspartner Peter ist der Autor des Stücks «11 Begegnungen mit dem Tod». Eher unfreiwillig tritt er in Aktion mit seiner eigenen Figur. Seltsamerweise lächelt Mavie sein Lächeln, und so grinst sie direkt zu Beginn dem Autor ihre Eigenständigkeit entgegen. Auf seine Frage, wie Mavie sterben wird, antwortet sie: «Tragisch, man soll um mich weinen.» Todesmutig also beginnen Mavie und Peter von ihren Verlusten ...

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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 157
von Victoria Weich

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