Warten auf George Bush
«Theatre, in the Islamic Republic, finds its noble and high responsibilities in expressing pains and suffering of fettered and oppressed human beings.» revolutionsführer ali chamenei (vorangestellt dem katalog zum 23. internationalen fadjr-festival)
Darf ich mich einen Moment zu Ihnen setzen?» Obwohl im Flugzeug nach Teheran noch viele Plätze frei sind, setzt sich der höfliche ältere Herr neben mich.
Er will erzählen, was Touristen in Iran nicht unbedingt sehen werden: Dass die herrschenden Mullahs das an Bildung und Rohstoffen reiche Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben haben, dass sie jetzt, der Mafia nicht unähnlich, das Volk ausbeuten und ausbluten, um militante Gruppen finanzieren und sich selbst bereichern zu können. Wie die Milizen der Herrschenden die religiösen Vorschriften dazu benutzen, die Menschen zu kujonieren und zu kontrollieren sowie Angst und Misstrauen unter ihnen zu säen. Wie seine eigenen Verwandte, die ein bisschen Bier getrunken hatten, zu 70 Stockhieben verurteilt wurden, dass er ihre Rücken, schwarz vor Blutergüssen, gesehen habe. So gehe das seit über 25 Jahren, mehr als doppelt so lang wie Hitlers Regime. Die Reformpolitik habe versagt; die ...
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Mit der Kultur ist das so eine Sache. Sie ist ein Suffix, das man an jeden beliebigen Begriff anhängen kann: Wohn-, Ess-, Freizeit- oder gar Freikörper-… – alles kulturelle Phänomene. In den Medien kommt der Begriff aber auch gerne als Präfix vor, vorzugsweise als Kulturauftrag. Das DeutschlandRadio (nur echt mit der Arno-Schmidtschen BinnenMajuskel) schlägt jetzt...
Kommissar Schneider ermittelt. Aber was klärt er auf? Nichts. Verwirrung, Dimensionsverschiebung ist das Ziel. Helge Schneiders Krimis sind keine Whodunits, sondern Dschungelbücher, semantische Irrgärten aus der zur Banalität befreiten Phantasie.
Hatte Helge Schneiders verwirrtes Musical «Mendy, das Wusical» noch so etwas wie eine Handlung, wenn auch keinen...
Die junge Frau mit der roten Strickjacke stößt einen tiefen, wunden, würgenden Schrei aus. Es ist der Moment, in dem sie begreift, dass sie sterben wird: Nicht irgendwann später, wie jeder Mensch glaubt, nicht frühestens 99 Tage nach dem Gerichtsurteil, wie morgens Zellengenossin Else versprochen hat, sondern noch heute, gleich. So will es das Nazi-Regime, das an...
