Alles auf Zukunft
Es gibt Ereignisse, die grenzen in diesen Zeiten, da das Wünschen nicht mehr hilft, an ein Wunder. Ringsum werden Theater von Sparzwängen gepeinigt, es wird geschlossen und gedrosselt, ganze Sparten verschwinden, Spielpläne schrumpfen. Just da öffnet ein schon fast aufgegebenes Theater wieder seine Pforte: in sachbezogener Schlichtheit und höchstmöglicher technischer Funktionstüchtigkeit.
Am 15. Januar wurde das Kleine Haus des Dresdner Staatsschauspiels nach einer siebenjährigen Rekonstruktionsphase wiedereröffnet.
Zwar schwelge, so erinnert Intendant Holk Freytag in seiner Begrüßungsrede, die sächsische Landeshauptstadt in einem «Kulturwunder»: Der Eröffnung des Kupferstich-Kabinetts und des Grünen Gewölbes wird in absehbarer Zeit die Weihe der wiederhergestellten Frauenkirche folgen. Dennoch: Ein wie neu wirkendes Theaterhaus der Öffentlichkeit übergeben zu können, das berechtigt zu heiterem Optimismus. 10,6 Millionen Euro hatte der sächsische Staatsminister für Finanzen spendiert, 4,2 Millionen davon wanderten allein in die Erneuerung der technischen Anlagen – Heizung, Lüftung, Elektrotechnik, Beleuchtung und Bühnentechnik. Stolz sind Dresdens Stadtväter auch, dass die ...
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Einer Frau, die so ein Blümchenkleid schon während der Ouvertüre tragen muss, bleibt nichts anderes als der Selbstmord. Kein Drama muss das noch näher erklären. Keine Janácek-Musik, keine verbotene Liebe und keine gesellschaftliche Repression, ja nicht einmal eine böse Schwiegermutter. Man kann sich nun streiten, ob die Kostümbildnerin ein gutes Händchen hatte,...
Von außen sieht das Babelsberger Studiogelände aus wie eine Strumpfhosenfabrik. Nur dass vor den Werkstoren immer eine Traube pubertierender Autogrammjäger auf ihre Serienstars wartet. In den zwei klimatisierten Bürokomplexen der «Grundy Ufa» arbeiten 140 Mitarbeiter von Montag bis Freitag an der täglichen Fernsehserie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Die wenigsten...
Nachmittagsvorstellung an einem Sonntag im Januar, volles Haus, das Schweizer Fernsehen ist auch da und filmt für irgendeine Kultursendung. In der Pause fragt das blonde Garderobenfräulein: «Und? Finden Sie das jetzt auch obszön? Also, ich habs ja noch nicht gesehen, aber viele Leute sagen, das wäre total obszön!» Hm. Nach der Pause sind die drei alten Damen aus...
