Warten auf den Bus
Es ist ein Aufbruch in die Ritterzeit, eine Reise mit dem Verein Ritterfreunde Kahla e.V. in der Studiobühne des Deutschen Nationaltheater Weimar. Zumindest suggerieren das Johanna Geißler und Christian Bayer als Britta und Manfred. Die beiden wollen in ihrer Rolle als mitteltalentierte Vereinsfreunde und Amateur-Entertainer einen «Don Quijote» präsentieren, um das Publikum am Gefühl des Mittelalters teilhaben zu lassen.
Schultheater trifft Bildungsauftrag, und das Setting verwischt die Ebenen in dieser doppelten Maskierung der Textfassung von Jakob Nolte nach dem Roman von Miguel de Cervantes. Es soll nicht die letzte Maske sein. Die Bühne bleibt dabei zunächst leer, nur ein halbrunder Rückprospekt mit romantisch-gemaltem La-Mancha-Sonnenuntergang (Bühne und Kostüme William Joop) deutet die Reise ins ferne Spanien an. Und die zwei wuchtigen Lanzen, mit denen das zweiköpfige Spielensemble gleich zum Start den wilden Ritter markiert. Was dann im weiteren Verlauf des insgesamt minimalistisch bleibenden Kammerspiels noch hinzu kommt, bleibt meistens Andeutung, passt aber zum Motiv der Verwirrung und Verwechslung.
Mit Gymnastikbändern kämpft Britta als Don Quijote gegen imaginäre, ...
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Theater heute November 2026
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Torben Ibs
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Hoffnung erweist sich als ein rares Gut, gerade in bedrohlichen Zeiten. Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat man dafür just die Texte des großen Utopie-Theoretikers Ernst Bloch wiederentdeckt und aus seinem dreibändigen Hauptwerk, «Das Prinzip Hoffnung», einen Abend konzipiert.
Die Bühne erscheint von Anfang an als Labor, durchaus passend zur Philosophie des...
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