Im Rhythmus der Utopie

nach Ernst Bloch «Das Prinzip Hoffnung» KARLSRUHE Badisches Staatstheater

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Hoffnung erweist sich als ein rares Gut, gerade in bedrohlichen Zeiten. Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat man dafür just die Texte des großen Utopie-Theoretikers Ernst Bloch wiederentdeckt und aus seinem dreibändigen Hauptwerk, «Das Prinzip Hoffnung», einen Abend konzipiert.

Die Bühne erscheint von Anfang an als Labor, durchaus passend zur Philosophie des Denkers, die im Gegensatz zu klassischen Zukunftsvisionen keine am Reißbrett entstandene Zukunftsgesellschaft in den Blick nimmt.

Vielmehr fokussiert sie den Weg dahin, den Prozess, aus dem sukzessive das Gute hervorgeht.

Diesem Work-in-progress entsprechend bringt das fünfköpfige Ensemble seine Requisiten erst zum Beginn nach vorne. Sie dienen im Weiteren zum Ausloten von Möglichkeiten. Während einer der Spieler Erde in Setzlingstöpfe füllt, beklebt ein anderer einen Soldatenhelm erst mit violetten, dann grünen Glitzerpailletten. Krieg, so die Botschaft dieses schönen Bildes, lässt sich überwinden, gar verwandeln.

Nicht unbeteiligt an der Rettung der Welt sind schon bei Bloch die Künste, vor allem die Musik, die daher als integraler Bestandteil der Aufführung fungiert. Zum einen singen die Spieler:innen, darunter Lucie ...

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Theater heute November 2026
Rubrik: Chronik, Seite 64
von Björn Hayer

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