Von Hexen und Feen

Starke Frauen am Schauspiel Zürich: Maria Milisavljevics «Staubfrau» (der Stückabdruck liegt diesem Heft bei) und Caren Jeß’ «Heartship»

Theater heute - Logo

Am Ende lösen sich die Konturen der drei «Staubfrauen» auf in einer schier endlosen Liste von gewaltsam getö -teten Frauen. Manchmal drei oder vier pro Monat, allein in der Schweiz. Im Video fließen die Namen der Frauen über die an die Wand gekauerten Darstellerinnen, die Alter, die sie erreicht haben, die Schweizer Dörfer und Städte, in denen sie gelebt haben. Femizid: ein Strom, der nie versiegt. Maria Milisavljevic macht das Fließen, das Sich ineinander Auf -lösen zur poetischen Metapher ihres Zürcher Auftragswerks, das die Gewalt an Frauen zum Thema hat.

Therese zum Beispiel, Omas Kinderfreundin, die nach einem Dorffest – der Fritz hatte zehn Biere gekippt – verschwunden ist. Im Fluss, für immer. Nur ihre Kette ist noch da, die der Fritz ihr geschossen hat und die die Oma fortan für immer verwahrt. Der Fluss, die Kette – wie deutlich spricht das alles. Es ist Milisavljevics offener Textkomposition und Anna Stiepanis engagierter, aber zurückhaltender Regiekunst zu verdanken, dass der Abend bei aller Nachdrücklichkeit zum bewegenden Kammerspiel wird. Auch was die Repräsentation von Gewalt angeht, bleibt der Text beim Symbol. In der intimen Schiffbau-Matchbox mit rund 60 ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 13
von Andreas Klaeui

Weitere Beiträge
Impressum Theater heute 3/25

Pläne der Redaktion

Der Berliner Freien Szene geht es nach der Sparrunde von Kultursenator Chialo bei weiter steigenden Mieten und Inflationsdruck an die Existenz. Hinterlässt das auch künstlerisch Spuren? Ein Rundgang

Anne Stein, seit sechs Jahren im Ensemble des Münchner Volkstheaters, nennt als Lieblingskleidungsstück ihren Rucksack und als wichtiges Erbstück...

Virtuose der Unbeholfenheit

Als Otto Schenk am 9. Jänner dieses Jahres starb, haben die österreichischen Fernsehanstalten umgehend ihre Programme geändert. Neben Sondersendungen konnte man über eine Woche lang in alten Komödien, Spielfilmen, Sketches und satirischen Gesprächsformaten Abschied nehmen von diesem Schauspieler, der voll und ganz dem Phänomen des Publikumslieblings entsprach. Auf...

Showroom 3/25

AMSTERDAM, VAN GOGH MUSEUM
ab 7.3., Anselm Kiefer – Sag mir wo die Blumen sind

Erstmals werden alle Werke Anselm Kiefers aus der Sammlung des Stedelijk Museums gemeinsam gezeigt. Im Van Gogh Museum stehen sie dabei im Dialog mit den Gemälden von Van Gogh.

BERLIN, HOCHSCHULE FÜR SCHAUSPIELKUNST ERNST BUSCH
ab 3.3., Black in Berlin 2020–2024

Arbeiten des Fotografen...