Neuigkeiten aus der Untergangswelt
Alles ist verbrannt. Alles Asche. Das habe ich schon vorausgesehen.» Hat sie tatsächlich. Wer die Bilder der brennenden Vororte von Los Angeles gesehen hat, die abgefackelte Traumvilla der Hotelkettenerbin in Malibu oder die verkohlten Prunkresidenzen von Pacific Palisades, aber auch das ganz normale Suburbia von Altadena, Straßenzüge um Straßenzüge in Schutt und Asche mit verstörten, im Staub wühlenden Bewohnern, der muss Elfriede Jelinek leider rechtgeben.
Sie hat das explosive Zusammenspiel der Elemente von «Feuer, Wasser, Erde und Luft» überraschend präzis vorauseilend beschrieben. Wobei es am Wasser in diesem Fall leider eher gefehlt hat.
Die Münchner Uraufführung von Falk Richter im September 2024 hatte vieles von Jelineks dichtem Text unter Monologkaskaden begraben, Jette Steckels Nachinszenierung im Hamburger Thalia an der Gaußstraße holt es wieder hervor. Sie entwirrt die Verwirbelung von persönlicher Erinnerung an den verstorbenen Lebensgefährten, von Motiven der Einsamkeit, des Alters, des Verfalls mit Klimakatastrophe und Planetenelend, ohne die wechselseitigen Bezüge zu kappen. Eingeflochten immer wieder bissige Verweise auf Schöpfungsmythen wie Platons «Timaios» und ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Franz Wille
Tilda musste zu früh erwachsen werden. Nach dem Unfalltod ihres Schulfreundes Ivan studiert die junge Frau jetzt Mathematik, jobbt an der Supermarktkasse und muss sich von ihrer lebensfrohen Freundin Marlene Vorhaltungen machen lassen, dass sie immer noch in der Kleinstadt festsitzt. Tilda aber kann nicht weg: Jemand muss sich um ihre elfjährige Schwester Ida...
Am Ende lösen sich die Konturen der drei «Staubfrauen» auf in einer schier endlosen Liste von gewaltsam getö -teten Frauen. Manchmal drei oder vier pro Monat, allein in der Schweiz. Im Video fließen die Namen der Frauen über die an die Wand gekauerten Darstellerinnen, die Alter, die sie erreicht haben, die Schweizer Dörfer und Städte, in denen sie gelebt haben....
Auf dem dunklen Gold der Bühne von Christin Treunert liegt Patina. Die (beweglichen) Wände wirken wie ein vergilbter Spiegelsaal mit jetzt stumpfen, angelaufenen Flächen. Vom Schnürboden schweben wahlweise Kronleuchter oder Discokugeln herab, doch alles liegt wie unter Mehltau. Ein wenig schwülstig, aber zugleich mit postapokalyptischer Lost-Place-Anmutung. Das...
