Neuigkeiten aus der Untergangswelt
Alles ist verbrannt. Alles Asche. Das habe ich schon vorausgesehen.» Hat sie tatsächlich. Wer die Bilder der brennenden Vororte von Los Angeles gesehen hat, die abgefackelte Traumvilla der Hotelkettenerbin in Malibu oder die verkohlten Prunkresidenzen von Pacific Palisades, aber auch das ganz normale Suburbia von Altadena, Straßenzüge um Straßenzüge in Schutt und Asche mit verstörten, im Staub wühlenden Bewohnern, der muss Elfriede Jelinek leider rechtgeben.
Sie hat das explosive Zusammenspiel der Elemente von «Feuer, Wasser, Erde und Luft» überraschend präzis vorauseilend beschrieben. Wobei es am Wasser in diesem Fall leider eher gefehlt hat.
Die Münchner Uraufführung von Falk Richter im September 2024 hatte vieles von Jelineks dichtem Text unter Monologkaskaden begraben, Jette Steckels Nachinszenierung im Hamburger Thalia an der Gaußstraße holt es wieder hervor. Sie entwirrt die Verwirbelung von persönlicher Erinnerung an den verstorbenen Lebensgefährten, von Motiven der Einsamkeit, des Alters, des Verfalls mit Klimakatastrophe und Planetenelend, ohne die wechselseitigen Bezüge zu kappen. Eingeflochten immer wieder bissige Verweise auf Schöpfungsmythen wie Platons «Timaios» und ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Franz Wille
Ein Film, der endlich unseren Planeten retten könnte: Statt Menschen sollen darin Fichten und Douglasien die Hauptrollen spielen. Doch selbst mit dieser Botschaft, die nichts anderes als ein Plädoyer gegen die Zerstörung unserer natür -lichen Lebensgrundlagen darstellt, wäre nicht annähernd genug über «Beyond» gesagt. Denn auch antikolonialistisch soll er sein,...
Wo trifft man Sandra Gerling? Außerhalb des Hamburger Schauspielhauses, an dem sie seit der Spielzeit 2018/19 engagiert ist? Am liebsten irgendwo draußen, schlägt sie vor. Im Wald, zum Beispiel, im Park, am See oder auf dem Wasser. «Wenn jetzt Frühjahr oder Sommer wäre, würde ich sagen, wir kajaken», hatte sie geschrieben. Und: «Die Natur ist ein Ort, wo ich...
An den Münchner Kammerspielen untersuchen wir gerade vor allem die Leerstellen, die uner -zählte(n) Geschichte(n): die Gewalt-und Zerstörungsgeschichte, die Anpassungs- und Gleichschaltungsgeschichte, die spätestens Mitte der 1920er Jahre beginnt und in Exil und Tod vieler prägender Künstler:innen und Mitarbeiter:innen (einschließlich der jü -dischen...
