No hay plata

Die Theaterszene in Buenos Aires musste auch schon vor der Präsidentschaft von Javier Milei ohne staatliches Geld auskommen. Aber wie wirkt sich die neue Kulturfeindlichkeit aus? Ein Report

Theater heute - Logo

No hay plata – Es ist kein Geld da»: Wenn der Graf von Kent das in Christopher Marlowes «Edward II.» zum König sagt, bricht das Publikum im Theater San Martín in Buenos Aires in Gelächter aus. «No hay plata»: Das ist das Mantra von Javier Milei, dem «Anarchokapitalisten», der seit einem Jahr in Argentinien an der Staatsspitze steht und diesen am liebsten gleich ganz abschaffen möchte. «Der Staat ist nicht die Lösung, der Staat ist das Problem», lautet sein Credo.

Angetreten ist Milei theatralisch mit der Kettensäge im fahrenden Auto – der Staatsapparat wird abgesägt, der freie Markt ist alles. Das übliche sozialdarwinistische Argumentarium. Dafür hat sich Milei im Juli vom Parlament mit der sogenannten «Ley de bases» weitgehende Notstandsrechte gesichert.

Die Inflation sinkt nun tatsächlich, der Anreiz steigt, in dem zuvor heruntergewirtschafteten Land zu investieren. Zugleich stehen immer mehr Leute auf der Straße. Ende 2024 lebt mehr als die Hälfte der 46 Millionen Argentinier:innen unter der Armutsgrenze. Die zunehmend zahlreichen Tourist:innen aus Europa, den USA oder Brasilien sind hochwillkommen, aber in der Innenstadt mit Elend und Obdachlosigkeit konfrontiert. Die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2025
Rubrik: International, Seite 51
von Andreas Klaeui

Weitere Beiträge
Tannen unter sich

Ein Film, der endlich unseren Planeten retten könnte: Statt Menschen sollen darin Fichten und Douglasien die Hauptrollen spielen. Doch selbst mit dieser Botschaft, die nichts anderes als ein Plädoyer gegen die Zerstörung unserer natür -lichen Lebensgrundlagen darstellt, wäre nicht annähernd genug über «Beyond» gesagt. Denn auch antikolonialistisch soll er sein,...

Frei vom Staat

Unsere Zeiten sind beunruhigend. Öffnet sich die Welt dem Chaos? Niemand weiß derzeit so recht, wo es hingeht. Ein Stück, das diese ungemütliche Stimmung sehr treffend widerspiegelt, wurde jetzt im Kammertheater des Stuttgarter Schauspiels uraufgeführt: «Im Ferienlager» von Olga Bach – für fünf Darsteller:innen und einen Jugendchor mit vielen Gesangseinlagen. Ein...

Georgien ist kein lokales Problem

Theater heute Nino Haratischwili, Sie haben eine große Solidaritätsaktion mit den Demonstrierenden in Georgien ins Leben gerufen, Gratulation! Etwa zwei Dutzend große deutsche Theater haben sich beteiligt und aus «Sacred Monsters» gelesen, gewidmet der Unterstützung der regimekritischen Demonstrationen für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit, die von der...