No hay plata
No hay plata – Es ist kein Geld da»: Wenn der Graf von Kent das in Christopher Marlowes «Edward II.» zum König sagt, bricht das Publikum im Theater San Martín in Buenos Aires in Gelächter aus. «No hay plata»: Das ist das Mantra von Javier Milei, dem «Anarchokapitalisten», der seit einem Jahr in Argentinien an der Staatsspitze steht und diesen am liebsten gleich ganz abschaffen möchte. «Der Staat ist nicht die Lösung, der Staat ist das Problem», lautet sein Credo.
Angetreten ist Milei theatralisch mit der Kettensäge im fahrenden Auto – der Staatsapparat wird abgesägt, der freie Markt ist alles. Das übliche sozialdarwinistische Argumentarium. Dafür hat sich Milei im Juli vom Parlament mit der sogenannten «Ley de bases» weitgehende Notstandsrechte gesichert.
Die Inflation sinkt nun tatsächlich, der Anreiz steigt, in dem zuvor heruntergewirtschafteten Land zu investieren. Zugleich stehen immer mehr Leute auf der Straße. Ende 2024 lebt mehr als die Hälfte der 46 Millionen Argentinier:innen unter der Armutsgrenze. Die zunehmend zahlreichen Tourist:innen aus Europa, den USA oder Brasilien sind hochwillkommen, aber in der Innenstadt mit Elend und Obdachlosigkeit konfrontiert. Die ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: International, Seite 51
von Andreas Klaeui
Karin liebt Paul, doch der begeht Republikflucht. Einfach von seiner ersten großen Liebe sitzen gelassen zu werden, ist alleine schon schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn man in der DDR aufwächst und man danach die Stasi an der Backe hat, wie es in «Gittersee» der Fall ist, einer Inszenierung von Leonie Rebentisch im Neuen Haus des Berliner Ensembles.
Die Bühne,...
Schon im Juni 2024 stromerte die Hoffnung durch die Hansestadt. Der rot-grüne Senat sehe für die Kulturbehörde im neuen Doppelhaushalt ein Plus von etwa 11 Prozent im nächsten Jahr vor, hatte es aus dem Rathaus geheißen. Von «sensationell guten Nachrichten» sprach Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda (SPD) damals. Doch lange blieb diese Meldung das...
Kurz vor Schluss versuchen beide Berliner Inszenierungen noch etwas rumzureißen. In Georges Bizets «Carmen» in der Regie von Christian Weise wendet sich Lindy Larssons stolze Romni, gerade noch vor die Wahl gestellt, ihr freies Leben aufzugeben oder erstochen zu werden, direkt ans Publikum und ermutigt es mit Erfolg, selbst das Lied des Toreros Escamillo...
