Von falschen Hoffnungen befreit

Alexander Eisenachs Textcollage «Anthropos, Tyrann (Ödipus)», uraufgeführt an der Berliner Volksbühne. Der Stückabdruck liegt diesem Heft bei

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Wenn in der Antike das Orakel von Delphi befragte wurde, schob die Priesterin Pythia nach einer Reihe von rituellen Waschungen und Tieropfern einen dreifüßigen Schemel vor eine Erdspalte im Apollontempel. Denn Delphi, so hieß es, befand sich am Mittelpunkt der Welt, bis heute symbolisiert durch den Schmuckstein Omphalos. Über aus der Erde entweichenden Gasen geriet die Pythia in eine Art Trance, die ihre Weissagungen kryptisch erscheinen ließen und erst mit einiger Anstrengung interpretiert und gedeutet werden mussten.

Dass die Weisheit der Pythia kein Unglück verhindern konnte, zeigt Ödipus’ tragisches Schicksal. 

Kaum anders verhält es sich mit den Vorhersagen der Meeresbiologin und Erdsystemforscherin Antje Boetius. Zwar drückt sich die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung glasklar und unmissverständlich aus, wenn sie vor dem fortgesetzten Eingreifen des Menschen in natürliche Kreisläufe warnt. Auch dass permanent steigende Kohlendioxydwerte im Ozean und in der Atmosphäre sich bereits heute auf das Leben auf der Erde auswirken, kann sie mit Zahlen und Fakten belegen. In Alexander Eisenachs Klima-Tragödie «Anthropos, Tyrann» spricht Antje ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Nachhaltigkeit, Seite 12
von Eva Behrendt

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