Vier mal vier – die Quadratur der Szene

Ein theaterästhetischer Setzkasten aus Anlass des 8. Festivals «Politik im Freien Theater» in Dresden

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Freies Theater» war mir lange eine eher Beklemmung auslö­sende Kategorie aus der Vergangenheit. Ich denke vor allem zurück an viel Unfreiwilligkeit. An Instandbesetzung und Beharrungsvermögen, an sehr lokale Phänomene unterhalb des Tellerrands, an basis–demokratische Gruppen mit der charmant-militanten Ausstrahlungskraft von Stadtteil- und Soziokulturprojekten.

War man erstmal mittendrin, wurden einem alle ihre Ansätze und alternativen Botschaften schnell supersympathisch, man kämpfte Seit an Seit gegen Subventionswillkür und groteske Unterfinanzierung, schicke Hallenumbaupläne und Kampnagelkaputtsanierung. Die «Freien Gruppen», das waren die Übriggebliebenen und nicht Unter­gekommenen, die Sozialhilfeempfänger des Systems und Hartzvierer der deutschen Stadttheaterlandschaft. Die immer schon selbstbewusst Hunger litten und den leeren Spieß umdrehten, die Not zur Tugend und zum ästhetischen Programm zu erheben trachteten. «Freies Theater»: Das scheint mir lange Zeit der freundliche Sammelbegriff einer qualitativen Grauzone gewesen zu sein, zwischen «zu anders» und «zu schlecht».

Die besseren Zeiten sind längst da

Those times are größtenteils gone, bekanntermaßen. Grau und unfreiwillig ...

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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Freie Szene, Seite 46
von Matthias Pee

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