Vier mal vier – die Quadratur der Szene
Freies Theater» war mir lange eine eher Beklemmung auslösende Kategorie aus der Vergangenheit. Ich denke vor allem zurück an viel Unfreiwilligkeit. An Instandbesetzung und Beharrungsvermögen, an sehr lokale Phänomene unterhalb des Tellerrands, an basis–demokratische Gruppen mit der charmant-militanten Ausstrahlungskraft von Stadtteil- und Soziokulturprojekten.
War man erstmal mittendrin, wurden einem alle ihre Ansätze und alternativen Botschaften schnell supersympathisch, man kämpfte Seit an Seit gegen Subventionswillkür und groteske Unterfinanzierung, schicke Hallenumbaupläne und Kampnagelkaputtsanierung. Die «Freien Gruppen», das waren die Übriggebliebenen und nicht Untergekommenen, die Sozialhilfeempfänger des Systems und Hartzvierer der deutschen Stadttheaterlandschaft. Die immer schon selbstbewusst Hunger litten und den leeren Spieß umdrehten, die Not zur Tugend und zum ästhetischen Programm zu erheben trachteten. «Freies Theater»: Das scheint mir lange Zeit der freundliche Sammelbegriff einer qualitativen Grauzone gewesen zu sein, zwischen «zu anders» und «zu schlecht».
Die besseren Zeiten sind längst da
Those times are größtenteils gone, bekanntermaßen. Grau und unfreiwillig ...
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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Freie Szene, Seite 46
von Matthias Pee
Wer inszeniert eigentlich noch Heiner Müller? Die Frage lässt sich erschreckend klar beantworten: Im April plant Nuran David Calis in Stuttgart «Der Auftrag», spielplanlogisch die Fortsetzung von «Dantons Tod» aus der letzten Spielzeit, und im November hatte Dimiter Gotscheff Premiere von «Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten» im Deutschen...
Der Punk ist ein tragischer Parasit; er schnorrt den an, den er eigentlich verachtet: den Bürger. In Oliver Klucks neuem Stück, das freilich ohne brennende Mülltonnen und gepiercte Oberlippen auskommt, steckt das Punkige allein in der Machart: Der Schnorrer ist der Autor selbst, und der, dem er auf die Pelle rückt, ist Stefan Aust.
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27. Wainwright, Das Verhör (U)
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5. Heckmanns, Hier kommen wir nicht
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7. Lausund, Konfetti! Ein Zauberabend
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13. Kannstein, Das Phantom des Louvre
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