Vier mal vier – die Quadratur der Szene
Freies Theater» war mir lange eine eher Beklemmung auslösende Kategorie aus der Vergangenheit. Ich denke vor allem zurück an viel Unfreiwilligkeit. An Instandbesetzung und Beharrungsvermögen, an sehr lokale Phänomene unterhalb des Tellerrands, an basis–demokratische Gruppen mit der charmant-militanten Ausstrahlungskraft von Stadtteil- und Soziokulturprojekten.
War man erstmal mittendrin, wurden einem alle ihre Ansätze und alternativen Botschaften schnell supersympathisch, man kämpfte Seit an Seit gegen Subventionswillkür und groteske Unterfinanzierung, schicke Hallenumbaupläne und Kampnagelkaputtsanierung. Die «Freien Gruppen», das waren die Übriggebliebenen und nicht Untergekommenen, die Sozialhilfeempfänger des Systems und Hartzvierer der deutschen Stadttheaterlandschaft. Die immer schon selbstbewusst Hunger litten und den leeren Spieß umdrehten, die Not zur Tugend und zum ästhetischen Programm zu erheben trachteten. «Freies Theater»: Das scheint mir lange Zeit der freundliche Sammelbegriff einer qualitativen Grauzone gewesen zu sein, zwischen «zu anders» und «zu schlecht».
Die besseren Zeiten sind längst da
Those times are größtenteils gone, bekanntermaßen. Grau und unfreiwillig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2012
Rubrik: Freie Szene, Seite 46
von Matthias Pee
Aachen, Grenzlandtheater
27. Wainwright, Das Verhör (U)
R. Anja Junski
Aachen, Theater
5. Heckmanns, Hier kommen wir nicht
lebendig raus. Versuch einer Heldin
R. Roland Hüve
7. Lausund, Konfetti! Ein Zauberabend
für politisch Verwirrte
R. Martin Kloepfer
14. Molière, Tartuffe
R. Christina Rast
Baden-Baden, Theater
13. Kannstein, Das Phantom des Louvre
R. Thomas Höhne
Basel,...
Neulich rief ein Intendant beim polnischen Nachwuchsdramatiker Michal Walczak an. Das Theater wolle seine schwarze Komödie «Elchjagd» spielen. Und man habe auch schon eine gute Idee, das Stück umzuarbeiten. Der Elch sei ja eher der Typus eines einsamen Tieres, «für das Stück wäre ein Tier besser, das sympathischer, familienfreundlicher ist ... Wir könnten aus der...
Pläne der Redaktion:
Milo Raus Hate Radio
Jürgen Kuttner
Armin Petras China-Reise
Impressum
Die Theaterzeitschrift
im 53. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit
Marion Schamuthe
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art...
