Pünkchen, Pünkchen, Pünkchen

Oliver Kluck «Über die Möglichkeiten der Punkbewegung» (U) in Rostock

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Der Punk ist ein tragischer Parasit; er schnorrt den an, den er eigentlich verachtet: den Bürger. In Oliver Klucks neuem Stück, das freilich ohne brennende Mülltonnen und gepiercte Oberlippen auskommt, steckt das Punkige allein in der Machart: Der Schnorrer ist der Autor selbst, und der, dem er auf die Pelle rückt, ist Stefan Aust.

Der Spiegel-TV-Gründer tritt bei Kluck gewissermaßen als Zylinderträger eines verflachten Reportagejournalismus auf.

Egal ob RAF- oder Stasi-Geschichte, Politrecherche oder Talkshow –  im Verwertungskosmos von Spiegel-TV und seinen Tochtergesellschaften wird jede Indi- vidualgeschichte eingesogen und kommt als mächtiger Worthülsenregen wieder heraus. So sieht es Oliver Kluck und sammelt genüsslich alles auf. Man lauscht Sylt-Urlaubern, die über Punks schwadronieren, oder Hausbewohnern in Berlin-Marzahn, wo nicht nur Stasi-Mitarbeiter, sondern auch die RAF-Terroristin Susanne Albrecht ihre Plattenbauheimat fanden. Man lernt das Talkshowungetüm «Isolde aus Halberstadt» kennen, deren stumpfe Erotik vortrefflich zu Austs Karrierestart bei den St. Pauli Nachrichten zu passen scheint, und so fort.

Das Stück ist eine Addition von Redegesten, mit einer Klammer ...

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Theater heute Januar 2012
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Christian Rakow

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