Vier Elogen...
Samuel Finzi: Einfach da
Zuerst war ich mit Birgit in Sczecinek (Polen). Sie war noch sehr jung, ich – jünger. Ein Jahr später war ich mit ihr in Wien. Dann in Berlin. Ich war mit Birgit auch in Paris. Ich war mit ihr in Athen. Auch in Zagreb und Sarajevo. In Montreal war ich auch mit ihr.
Sogar in Chur (in der Schweiz) war ich mit Birgit. Und ich war mit ihr in Mexico City. Bald bin ich mit ihr in Oslo, etwas später auch in Belgrad.
Ich bin mir sicher, dass sie da sein wird. Ganz sicher.
Egal, ob sie aus dem Nebel erscheint und dorthin mit einem grotesken Verzweiflungsgesang wieder verschwindet («Iwanow»), mir in die Eier tritt und mich dann küsst («Leutnant von Inishmore») oder eine Zigarette raucht und mir dann eine knallt («Pulverfass»). Birgit ist einfach da. Und das macht mich immer sehr glücklich.
Lars Eidinger: Die Unerschöpfliche
Birgit Minichmayr und ich haben uns beim Casting zu Maren Ades Film «Alle Anderen» kennengelernt. Und obwohl wir nicht auf Anhieb miteinander harmoniert haben, waren wir als Paar, vielleicht sogar genau deswegen, das, was Maren gesucht hatte. Weil laut Maren unser Machtverhältnis nicht eindeutig war. Wir hatten für einen Kinofilm ...
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Die erste Entdeckung im Archiv des Berliner Maxim Gorki Theaters ist ein massiver Stapel Schwarzweißfotos. Darauf: Jeweils zehn Schauspieler, die vom ersten bis zum letzten Bild ohne nennenswerte Positionsveränderung deklamierend an der Rampe stehen; die Männer in Anzügen, die Frauen in Sixties-affinen, aber gern auf staatstragend gerüschten Minikleidern. Der Abend...
Es war auch noch ein besonders heißer Sommer, als Christoph Schlingensief im Jahr Null des neuen Jahrtausends vor der Wiener Staatsoper ein paar Baucontainer zusammenschob und «Ausländer raus» darauf schrieb. In den stickigen Blechhütten saßen keine Schauspieler, sondern Asylbewerber, die vom Publikum zurück ins Heim gewählt werden konnten, einer von ihnen sollte...
In meinem Pankower Hinterhof wohnen seit ein paar Wochen neue Mieter. Junge Leute, wie nur noch selten im Kiez. Sie sind knapp zwanzig Jahre alt, tragen schwarze Klamotten, sitzen im Hof beim Bier und hören laute Musik. Die Musik stört mich weniger, dafür bin ich zu selten zu Hause, aber ein riesiges gelbes Ortseingangsschild, das sie unter ihren Wohnungsfenstern...
