Verschüttete Geschichten, problematische Beziehungen
Eva Behrendt Heute Abend hätte die Uraufführung von «Mutter Vater Land» in Bremen stattfinden sollen; die Premiere musste auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben werden. Halten Sie es so lange noch aus?
Akın Şipal Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Außerdem habe ich mir gestern die Generalprobe angesehen, ich weiß also in etwa, was daraus geworden ist.
EB Wie war es denn?
AŞ Das ist, wenn es das eigene Stück betrifft, immer schwer zu sagen.
Gerade beim ersten Ansehen bin ich meist so stark mit meinem Text und letztlich auch mir selbst beschäftigt, dass ich alles andere kaum wahrnehme; ich kann aber sagen, dass Frank Abt und das Team sehr zart und verantwortungsvoll mit dem Stück umgegangen sind.
EB Hängt das in dem Fall auch damit zusammen, dass es sich um einen sehr persönlichen Stoff handelt? Immerhin hat Ihre Familiengeschichte dafür Pate gestanden, Sie selbst werden von der Figur Alter Ego repräsentiert.
AŞ Klar, das kann auch daran liegen. Aber «Mutter Vater Land» lag auch immer der Gedanke zugrunde, dass ich mit diesem persönlichen Stoff spielen will, indem ich ihn überhöhe und fiktionalisiere. Ich habe Film studiert, mich lange intensiv mit Dokumentarfilm beschäftigt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Das Stück, Seite 36
von
«Dies ist eine Bühne» – so sorgfältig wird man zu Beginn schon informiert. Dann lernt man: «Dies ist Rosa Enskat. Sie ist eine Schauspielerin.» Brechts Lehrtheater wird fein ironisiert. Während der Vorstellungsrunde fahren die Figuren auf der Drehbühne an uns vorbei wie Figuren in einem Glockenspiel oder einem Wachsfigurenkabinett, jede mit einer charakteristischen...
Dass der prominente englische Dramatiker und Drehbuchautor Lee Hall («The Pitmen Painters», «Billy Elliot») als Autor des Stücks «Network» firmiert, mutet seltsam an. Hall hat Sidney Lumets Film aus dem Jahr 1976 bloß für die Bühne adaptiert, ohne am Oscar-prämierten Drehbuch von Paddy Chayefsky groß etwas zu ändern. Zumindest in unseren Breiten wäre das ein Fall...
Der Ärger ist groß, die Einsicht noch größer. Wer sich umhört unter den Leiter*innen von Stadttheatern und Produktionshäusern, vernimmt schweres Zähneknirschen über den unerwarteten zweiten Lockdown der Bühnen. Viele fühlen ihre Häuser ungerecht behandelt. Schließlich habe man funktionierende Hygienekonzepte vor und hinter der Bühne erarbeitet, die peinlichst...
