Verliebt, verlassen, verlogen, gehauen
Karin liebt Paul, doch der begeht Republikflucht. Einfach von seiner ersten großen Liebe sitzen gelassen zu werden, ist alleine schon schlimm. Noch schlimmer ist es, wenn man in der DDR aufwächst und man danach die Stasi an der Backe hat, wie es in «Gittersee» der Fall ist, einer Inszenierung von Leonie Rebentisch im Neuen Haus des Berliner Ensembles.
Die Bühne, gestaltet von Sabine Mäder, ist ein minimalistischer Raum, wo sich hinter einer Trennwand aus Milchglas zu Beginn des Stücks schemenhaft die sechs Darsteller:innen abzeichnen.
Die Trennwand steht für die Mauer, von der Decke hängen jede Menge vereinzelte Lamellen verteilt. Ein Jalousienwald, ein Bürokratiedschungel, oder aber auch ein Symbol für die ehemals blütenweißen Biografien von unbescholtenen DDR-Bürger:innen, die von der Stasi als Informanten angeheuert wurden, um in ihrem nähe -ren Umfeld irgendetwas herauszufinden, was mit Staatsverrat zu tun hat. Dazu passend die Kostüme (Luisa Wandschneider) wie Polyester, man stellt sich vor, wie sie die Körper ihrer Träger:innen luftdicht einschließen und umknistern.
Das Stück setzt ein, da ist Paul schon weg. Also ist man ganz bei Karin (Amelie Willberg), die die Welt ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Anna Fastabend
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