Geschichte von unten
Shakespeares Königsdramen mögen nicht gerade auf die Analyse demokratischer Systeme ausgelegt sein, aber sie zeigen sehr genau die Verwerfungen an den Bruchkanten der Macht, da, wo es knirscht, wenn nicht von vorneherein feststeht, welche räuberische Strategie aufgeht und welche illegitime Linie sich fort- und festsetzt. Kein schlechtes Modell also doch, um sich mal auszumalen, auf was wir so zusteuern, wenn wirklich alle Brandmauern gefallen, denkbare Koalitionen zerschlissen und das parlamentarische System tatsächlich vor dem Ansturm populistischer Kräfte zusammengebrochen wäre.
Was also, wenn einst alles verloren sein wird, wofür wir jetzt nicht genügend Kräfte mobilisieren?
«… der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht / und die Demokratie zur Urne, bis ... ja, was?» fragt scheinheilig der «Quasi-König» Heinz zu Beginn von «Sankt Falstaff». Auf der Folie von Shakespeares «King Henry IV» erzählt Ewald Palmetshofer die brandak -tuelle Geschichte einer Gesellschaft jenseits des Abgrunds, in den hier bereits alles gestürzt ist, wofür zu kämpfen es sich gelohnt hätte. Das erste neue Stück von Palmetshofer seit dem etwas eigenbrödlerischen Neurosen-Reigen «Die Verlorenen», ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Silvia Stammen
Theater heute Herzlichen Glückwunsch zur Intendanz der Berliner Volksbühne ab 2026/27!
Matthias Lilienthal … und gleichzeitig herzliches Beileid!
TH Sie gehörten in der Diskussion um die neue Leitung der Volksbühne nach dem Tod von René Pollesch zum engsten Kreis der Favo -riten. Warum hat es jetzt doch so lange gedauert?
Lilienthal Es hat mich nicht...
Sandrine Zenner flitzt über die Bühne und stößt im Stakkato Zahlenkolonnen hervor. Über wie viel Geld deutsche Millionäre verfügen (über 3,2 Billionen Euro), wie viel Vermögen die reichsten 226 Deutschen haben (15-mal so viel wie die unteren 40 Millionen zusammen) und wie viele Millionäre es hierzulande gibt (mehr als Japan, Frankreich und Großbritannien zusammen)....
Wir» zu sagen, ist das, was mir gerade am Schwersten fällt. «Wir» als eine nicht weiter zu benennende Adresse dieses Textes, um zu wissen, an wen, an was, wohin ich mich wende, jetzt beim Sprechen. «Wir» als eine Art Anrufung, aber von wem oder was, «wir» als Hoffnung, an welches «wir» wende ich mich da überhaupt, falls «wir» überhaupt noch eine gültige Adresse...
