Keine Zeit für Charme
Es regnet. Im ersten Moment, als der Vorhang über dem Haus von Orgons Familie aufgeht und ein Klavier samt Spieler neben einem von sturzbachartigen Wassermassen getrübten Panoramafenster freigibt, könnte man noch meinen, eine noble Hotellobby mit Wasserfall vor sich zu haben. Doch die wenigen Lampen flackern, und schon bald trippelt die erste Gestalt mit Regenschirm hinter der Scheibe vorbei. Nein, von großzügiger Gastlichkeit, Protz und Prunk kann hier keine Rede sein. Die Tapeten an den verschiebbaren Wänden wiederholen dasselbe nichtssagende Muster in gedrungenen Farben.
Ziemlich finster ist es hier, die Stimmung gedrückt. Und es regnet. Die ganze Zeit.
Wir sind bei Molière, dem Komödiendichter. Aber auch in einer Inszenierung von Barbara Frey. Dass es in diesem «Tartuffe» also nicht flott und heiter zugeht, sondern bedächtig und schwarz, war zu erwarten. Die ehemalige Intendantin des Schauspielhauses Zürich und der Ruhrtriennale war in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig am Wiener Burgtheater tätig. Atmosphärisch besonders perfekt passten ihre präzisen, aber sparsam ausgeleuchteten Kollaborationen mit Bühnenbildner Martin Zehetgruber und Lichtdesigner Reinhard Traub in die ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Martin Thomas Pesl
An den Münchner Kammerspielen untersuchen wir gerade vor allem die Leerstellen, die uner -zählte(n) Geschichte(n): die Gewalt-und Zerstörungsgeschichte, die Anpassungs- und Gleichschaltungsgeschichte, die spätestens Mitte der 1920er Jahre beginnt und in Exil und Tod vieler prägender Künstler:innen und Mitarbeiter:innen (einschließlich der jü -dischen...
Im 19. Januar, nur wenige Tage nach Michael Börgerdings Tod, entrollten die Fans von Werder Bremen im Weser Stadion ein Banner mit der Aufschrift «RiP Michael Börgerding – Danke für deinen Einsatz». Nicht das Präsidium, nicht der Trainer, nein, die Fans bedankten sich bei Michael Börgerding, dem gerade verstorbenen Bremer Theaterintendanten für seinen Einsatz.
Das,...
AMSTERDAM, VAN GOGH MUSEUM
ab 7.3., Anselm Kiefer – Sag mir wo die Blumen sind
Erstmals werden alle Werke Anselm Kiefers aus der Sammlung des Stedelijk Museums gemeinsam gezeigt. Im Van Gogh Museum stehen sie dabei im Dialog mit den Gemälden von Van Gogh.
BERLIN, HOCHSCHULE FÜR SCHAUSPIELKUNST ERNST BUSCH
ab 3.3., Black in Berlin 2020–2024
Arbeiten des Fotografen...
