Variationen der Verzweiflung

Wie über das Dilemma Afrika sprechen aus deutscher Wohlstandsperspektive? Roland Schimmelpfennig zeigt einsturzgefährdete Selbstbilder: «Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes», in Berlin, Hamburg und Wien inszeniert von Martin Kusej, Wilfried Minks und dem Autor selbst. Von Till Briegleb

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Ist die globale Streitkultur mittlerweile in der Dekadenzepoche der Argumente angekommen? Jeder Manager spricht heute über die Ver­antwortung der Konzerne, Aktivisten erkennen an, dass Sweatshops nicht nur Ausbeutung sind, sondern auch Entwicklung fördern. Konsens ist ausdrücklich erwünscht, sanfte Maßnahmen werden bevorzugt, Standpunkte sind verhandelbar. Das Merkel-Prinzip «energisch lauwarm» hat uns fest im Griff.

Nur ein Thema erhitzt noch gelegentlich die Gemüter: Afrika.

Muss, soll, darf, kann die westliche Welt den afrikanischen Staaten helfen, oder verschlimmert die Zuwendung der reichen Länder nicht eher die dortigen Zustände und Unrechtssysteme? Über diese Frage zerstreiten sich Freunde, beschimpfen sich wechselseitig als Zyniker oder naiv, und manchmal kommen hier auch Schlagworte und Stimmungsmacher aus der Mottenkiste der ideologischen Anschauungskämpfe wieder in Gebrauch. Imperialismus und Kolonialismus zum Beispiel, gerne mit der Vorsilbe Neo; oder mit den Attributen böse, verbrecherisch, verlogen und eurozentristisch.

Nachrichten über Hunger, Genozide und Aids ergreifen mitfühlende Menschen und fördern Hilfsbereitschaft. Kritische Artikel über die Verlängerung von ...

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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Stück des Monats, Seite 16
von Till Briegleb

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