Vagabunden und Vogelfische
An einem bedeckten Sonntagvormittag im Juli auf dem Grazer Hauptplatz. Ein paar Wurstbuden und Cafés haben schon geöffnet, aber das kann nicht der Grund sein, warum sich eine ansehnliche Menschenmenge in Schwarmformation kreuz und quer über den Platz bewegt. Schaut man genauer hin, entdeckt man einen schmächtigen Mann mit Brille, Baskenmütze und blauem Trainingsanzug, der mit langen Schritten die Straßenbahnschienen entlang eilt, eine johlende Kinderschar auf den Fersen.
Einen Augenblick lang versucht er, sich in komischer Verzweiflung in einen Bankomat zu zwängen, flüchtet sich schließlich in einen Gyros-Stand, um dann plötzlich das Spiel umzukehren und seinerseits die kleinen Verfolger zu jagen, bevor er einer der bronzenen Flussgöttinnen des Erzherzog-Johann-Denkmals auf den Schoß klettert. Pierre Pilatte oder «Monsieur 1 Watt», ist ein Straßenkünstler alter Schule, einer, der nichts braucht außer sich selbst und einen Raum, der nicht einmal leer sein muss, weil er es meisterhaft beherrscht, mit all den Dingen des Alltags eben ein bisschen anders umzugehen, als man es gewohnt ist.
Straßentheater, möchte man meinen, ist eine Kunst aus dem Koffer, ohne Vorankündigung, ohne ...
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