Unsichtbare Grenzen

In Tel Aviv gab es zum ersten Mal ein Festival des arabischen Dramas und im Norden des Landes ein Pantomimefestival in einer arabisch dominierten Stadt

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Anfang Mai konnte man den Eindruck gewinnen, ein für alle Glau­bens­richtungen zuständiger oberster Gott habe einen gewissen Hang zum Theater und für die Inszenierung eines seiner Dokudramen Israel als Bühne erwählt. Es ging natürlich nicht um Lessings Ringparabel, dafür aber im kleinen Städtchen Shafa-Amer um ein Pantomimefestival. Shafa-Amer liegt im Norden des Landes in den galiläischen Bergen und ist eine jener Siedlungen, in denen sich der große Nahostkonflikt im Kleinen spiegelt.

 

Christen, Kopten, Araber

In der Stadt leben Araber, Christen und Kopten, keine Juden.

Die Muslime werden als «Israelische Araber» bezeichnet, obwohl sie Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft sind. Insgesamt beträgt ihr Anteil an der Bevölkerung ungefähr zwanzig Prozent. Sobald es allerdings ums Geld geht, haben Kommunen mit einem hohen oder ausschließlich arabischen Anteil das Nachsehen. Und in der Kulturpolitik, die laut Proporz eigentlich zwanzig Prozent ihres Gesamtbudgets in arabische Kultur­projekte fließen lassen müsste, gilt die Faustregel, dass vom eigentlich zustehenden prozentualen Anteil nur zwanzig Prozent tatsächlich fließen.
Das gilt auch für Shafa-Amer, wo man seit letztem ...

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Theater heute Juli 2006
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Jürgen Berger

Vergriffen
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Notizen

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