Unsichtbar bleiben

nach Anna Yeliz Schentke «Kangal» (U) am Theater Bielefeld

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Angesichts der fortschreitenden Gesetzlosigkeit nicht nur in den Straßen von Minneapolis war in Vergessenheit geraten, dass in sehr viel näherer Nachbarschaft, in der ursprünglichen Heimat vieler Türkinnen und Türken, die Mitbürgerinnen und Mitbür -ger geworden sind im Alltagsbild deutscher Dörfer und Städte, sehr oft kein Recht mehr herrscht, sondern Willkür und Verfolgung, ja staatlicher Terror gegenüber allen, die nicht einverstanden sind mit dem (gewählten) Regime des autoritären Potentaten Recep Tayyip Erdogan.



Nimmt der Polizeistaat hinter dem Bosporus mal einen deutschen Journalisten wie vor Jahren Denis Yücel ins Visier, ist die Aufregung natürlich groß; doch nur für kurze Zeit. Das Interesse verebbt danach schnell. Ein Roman wie «Kangal», 2022 vorgelegt von der Frankfurter Schrift -stellerin Anna Yeliz Schentke, steckt schon deshalb voller herausfordernder Informationen – und hilft uns aus der verbreiteten Ahnungslosigkeit, was den Zustand der zeitgenössischen Türkei betrifft. Auch darum muss die am Bielefelder Theater uraufgeführte Bühnenfassung des Buchs von Interesse sein – weil sie Geschichte und Gegenwart unserer Nachbarinnen und Nachbarn betrifft, geht sie auch ...

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Theater heute Juni 2026
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Michael Laages

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