Unsere kleinen Apokalypsen

Mit «Les Éphémères» wandelt sich Ariane Mnouchkines Théâtre du Soleil zu einer Schule des Gefühls

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Ariane Mnouchkine hat den gepflegten Realismus des bürgerlichen Theaters seit jeher verachtet – stets zog sie das Spektakel großer Formen und Emotionen der fein ziselierten Bühnenpsychologie des Kammerspiels vor. Entsprechend orientierte sich das opulente Volkstheater des Théâtre du Soleil eher an Zirkusclowns und -artisten als an der Schauspielkunst der Konser­vatorien.

Außerdem benutzte es die Masken und Sprünge der Commedia dell’­Arte, den asiatischen Kampfsport, die langen Auftritte des Nô-Theaters oder die chinesischen Schminkmasken und Prachtgewänder, um seine Figuren groß und schrecklich zu machen und ihre Geschichten unüberwindbar. Das Ergebnis war die jubelnde Verschmelzung von Orient und Okzident zum Triumph eines Welttheaters aus Schönheit, Überfluss und Schmerz.

Von den spektakulären Revolu­tions­dramen «1789» und «1793» – mehr als drei Jahrzehnte ist das her und in der Erinnerung, als wäre es gestern – über die grandiosen Zyklen «Les Shake­speare» und «Les Atrides» bis zu den nicht immer geglückten Arbeiten der letzten Jahre, aus denen aber doch «Tambours sur la digue» und «Le dernier caravanserail» herausragen, war das Theater der Sonnenkönigin ein verschwenderisches ...

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Theater heute August/September 2007
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Renate Klett

Vergriffen
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