Unrecht vergeht nicht
Ein dünnes Rinnsal zackt quer über die Bühne von Barbara Ehnes. Düsteres Licht, sanftes Geplätscher, das in einem kleinen Vorbühnen-Schneerest versickert. Athen kann sehr kalt sein, und selbst die größten griechischen Helden frieren erbärmlich, wenn man ihnen die Sonne abdreht: Stephan Bissmeier zittert beschaulich auf kargem Holzschemel wie der alte Bauer, dem die Hoferben den Stuhl vor die Tür gestellt haben. Nur mit dem Unterschied, dass im Alpenland noch auf den bösesten Grantler mittags der Schweinebraten wartet, während bei Sophokles gerade die Welt untergeht.
«Ödipus auf Kolonos» ist das Endspiel des greisen Tragöden. Im Jahr vor seinem Tod 405 v. Chr, im damals fast überirdischen Alter von 90 Jahren, lässt Sophokles den legendären Vatermörder und Mutterschänder ein letztes Mal auferstehen, um in auswegloser Situation doch noch ein paar Hoffnungsfunken zu zünden. Die attische Demokratie war von egozentrischen Demagogen wie Alkibiades zerrüttet, die Wirtschaft von verheerenden Feldzügen ruiniert, die Mauern von Spartanern und Thebanern belagert, der endgültige Kollaps nur eine Frage der Zeit. Ausgerechnet Ödipus, wie Athen vom stolzen König zum Häufchen Elend geschrumpft, soll ...
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Man kann’s ja mal versuchen. Als seine Kollegin Barbara (Nicole Averkamp) aus der Küchenabteilung erschöpft auf seinem Ausstellungsstück Platz nimmt, da preist der Bettenverkäufer Tibor (Jan Schreiber) ihr die Vorzüge der Matratze an. «Man muss ja nicht das ganze Bett nehmen.» Um sich gleich darauf zu entschuldigen: «Ich möchte nicht, dass du das falsch verstehst.»...
Seit knapp zwei Jahren hat Österreich ein schönes, strenges Zuwanderungsgesetz – und dann passiert Anfang Oktober so etwas. Erst versuchte ein Niederösterreicher bosnischer Herkunft, mit einem Rucksack voller Schrauben und Granaten durch den Securitycheck der US-Botschaft zu spazieren. Neben dem explosiven Gepäck stellte die Polizei eine muslimische Gebetsfibel...
Theater heuteTom Stromberg, als was können wir Sie begrüßen? Als Produzenten? Gutsbesitzer? Akademie-Direktor? Festival-Macher?
Tom StrombergIch habe noch viel schönere Berufsbezeichnungen: Ich nenne mich am liebsten Impresario und Geheimdramaturg. Festival-Leiter stimmt in Bezug auf «Impulse», dabei muss aber unbedingt Matthias von Hartz genannt werden, mit dem...
