Unrecht vergeht nicht
Ein dünnes Rinnsal zackt quer über die Bühne von Barbara Ehnes. Düsteres Licht, sanftes Geplätscher, das in einem kleinen Vorbühnen-Schneerest versickert. Athen kann sehr kalt sein, und selbst die größten griechischen Helden frieren erbärmlich, wenn man ihnen die Sonne abdreht: Stephan Bissmeier zittert beschaulich auf kargem Holzschemel wie der alte Bauer, dem die Hoferben den Stuhl vor die Tür gestellt haben. Nur mit dem Unterschied, dass im Alpenland noch auf den bösesten Grantler mittags der Schweinebraten wartet, während bei Sophokles gerade die Welt untergeht.
«Ödipus auf Kolonos» ist das Endspiel des greisen Tragöden. Im Jahr vor seinem Tod 405 v. Chr, im damals fast überirdischen Alter von 90 Jahren, lässt Sophokles den legendären Vatermörder und Mutterschänder ein letztes Mal auferstehen, um in auswegloser Situation doch noch ein paar Hoffnungsfunken zu zünden. Die attische Demokratie war von egozentrischen Demagogen wie Alkibiades zerrüttet, die Wirtschaft von verheerenden Feldzügen ruiniert, die Mauern von Spartanern und Thebanern belagert, der endgültige Kollaps nur eine Frage der Zeit. Ausgerechnet Ödipus, wie Athen vom stolzen König zum Häufchen Elend geschrumpft, soll ...
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Ein Mann, er heißt Oliver, hetzt nächtens durchs vorweihnachtliche Berlin. Mit einem Feldstecher und einem Fläschchen Chloroform bewaffnet, steuert er seinen kleinen Transporter dorthin, wo er die Einsamen vermutet, und sammelt ein: Die Frau seines Chefs, eine Seniorin, die im Heim vor einem Piccolo sitzt, einen Jungen, der auf dem Spielplatz schläft, er lauert...
Ein Mann kommt auf die Bühne, projiziert ein paar Bilder von Hühnern. Redet von Bodenhaltung. Prinzipielle Überlegungen zu Futter, Ungeziefervermeidung, Schlachtung. Die Zuschauer ratlos oder amüsiert, drei, vier verärgert. Nach einstündigem Diavortrag dann Zeit für Fragen; Fragen zur Geflügelhaltung und Fragen zur Repräsentation im Theater. Aber weiß der Mann auf...
Zu viele Alte, zu wenige Junge – Deutschlands demografisches Problem betrifft vor allem die Jugend, ihre Zukunft wird verspielt. Wenn schon der Verband junger Unternehmer die Aufkündigung des Generationenvertrags fordert, warum rebelliert die Jugend nicht? Warum nicht ein paar symbolische Robin-Hood-Aktionen: Altenheime ausrauben und von dem Erlös der Beute...
