Auf der Suche nach dem Gral
Das bessere Bayreuth liegt zwischen Bottrop und Gladbeck. In der Halle Zweckel, die nicht so aufgeputzt wurde wie das Festival-Mutterschiff der Jahrhunderthalle Bochum, entzaubert Johan Simons Tankred Dorsts Grals-Drama. Dieser «Merlin» putzt die Politur des Perfekten weg, agitiert gegen das Kunstschöne und -ferne. Die Nebel von Avalon lichten sich: Kein Palast der Illusionen, sondern ein Rohbau auf hohem Gerüst steht in der Maschinenhalle.
Der Mitbegründer des niederländischen «Wespetheater» und der «Hollandia»-Truppe, nunmehr fest behaust am NT Gent, kennt sich in ambulanten Spielsituationen aus. Schon bei dem Genter Gerard Mortier war Simons steter Regie-Gast der Triennale. Dessen Nachfolger Jürgen Flimm hat ihn zudem für 2008 an seine erste Wirkungsstätte Salzburg engagiert und außerdem zum heimlichen «Oberspielleiter» der Triennale erklärt. Noch weniger öffentlich werden sollte Simons’ Promotion zu deren Intendanten an Stelle der verstorbenen Marie Zimmermann: Doch das Angebot der Landesregierung NRW hat er nach einigem Überlegen abgelehnt.
Baustelle Mythos – Simons trifft Merlin
Was man noch mehr bedauern mag angesichts der aktuellen Festival-Premiere. Tankred Dorsts und ...
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