Karriere-Pinguin

Mark Ravenhill «pool (no water)»

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Soll man Krankheit und Tod als Vorlage für eine chice Performance nutzen? Roger Vontobel lässt die Frage von Mark Ravenhills «pool (no water)» (abgedruckt in TH 06/07) um die vier Titel-Buchstaben kreisen (Bühne Claudia Rohner). Es geht um Eifersüchteleien und Gemeinheiten unter Künstler-Kollegen, um geheuchelte Zuneigung und das Siechtum der erfolgreichen Kollegin. Denn die einzige aus dem Kreis, die Karriere gemacht hat – mit Bildern vom Sterben eines HIV-positiven Freundes –, verunglückt schwer. Sie springt nachts in den eigenen Pool, und der ist: eben leer.

Ab jetzt ist sie ein Fall für die Verkunstung durch die vermeintlichen Freunde.

Roger Vontobel schickt zu seinem Frankfurter Einstand einen aufblasbaren Pinguin ins Rennen. Er ist der Platzhalter der erfolgreichen Kollegin, schrumpelt immer mehr und wird zum beatmeten Kunstobjekt auf der Intensivstation, steht am Ende aber als selbstständig sich aufblasendes Objekt von den Toten wieder auf.

Das Leben ist kurz, die Kunst dagegen feiert fröhliche Revivals. So haben das schon andere gesehen, und so sieht es auch Vontobel, der mit Daniel Mursa einen veritablen E-Gitarristen und Soundflüsterer wie ein kleines Environment auf der ...

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Theater heute November 2007
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Jürgen Berger

Vergriffen
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