Ungarn: Kontrolle und Schweigen
Wie Premierminister Viktor Orbán in einer Rede im vergangenen Sommer stolz betonte, ist das Theater eine der populärsten Kunstformen in Ungarn. Nach jüngsten Statistiken wurden in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern fast acht Millionen Tickets verkauft; im Jahr 2010 waren es nur 4,4 Millionen. Es ist allgemeiner Konsens, dass die Einführung einer neuen Steuer zur Förderung der darstellenden Künste im Jahr 2009 für diesen Anstieg gesorgt hat. Aber im Herbst 2018 kündigte die Regierung die Abschaffung dieser Steuer an.
Sowohl die Art und Weise, wie dieser Prozess stattfand, als auch die Reaktion der darstellenden Künste spiegeln den aktuellen Stand der Dinge im Land wider.
Fokus Kasse
Die 2009 in Ungarn im Vorfeld lang und kontrovers diskutierte Reform der Körperschaftssteuer und das Gesetz für die Darstellenden Künste ermöglichten es Kompanien, die Gewinne erzielten, einen Teil ihrer Körperschaftssteuer als Spende an andere Theater und Orchester abzuführen – eine indirekte staatliche Subventionierung: Bis zu 80 Prozent ihrer Einnahmen aus Kartenverkäufen konnten sie weitergeben. 2011 erweiterte die Fidesz-Regierung dieses Steuerrecht auf Sportorganisationen, insbesondere den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Andrea Tompa
Einen einhelligen Abräumer gab es nicht bei der 15. und mit 14 eingeladenen Produktionen bislang umfangreichsten Ausgabe des Junge-Regie-Festivals «Radikal jung» am Münchner Volkstheater. Dafür eine breite Spanne mehr oder weniger kluger, tiefgründiger, fieser, witziger und überschwänglicher Selbstverortungsversuche – wobei weniger die opulenten...
Das Foyer des Bremer Theaters hat sich in ein Pop-up-Restaurant verwandelt. Holztische stehen dicht an dicht, an den Wänden hängen bunte Plakate, arabischer Pop dudelt, hinter einer Bar köchelt scharfe Erdnusssoße. Alles wirkt auf undurchsichtige Weise gleichzeitig koordiniert und improvisiert, ähnlich den Kaschemmen, die man in Asien und Lateinamerika häufig am...
Aalen, Theater der Stadt
9. Projekt, Verführung ist die wahre Gewalt
R. Tina Brüggemann, Jonathan Giele und Petra Jenni (Schloss Fachsenfeld)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
6. nach Kobell, Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben
R. Susi Weber
Halberstadt/Quedlinburg, Städtebundtheater
6. von Düffel, Döner zweier Herren
R. Arnim Beutel
Hamburg, Altonaer Theater
27....
