Nice Guys und bad Girls

Das Festival Radikal jung am Münchner Volkstheater braucht keine Quote

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Einen einhelligen Abräumer gab es nicht bei der 15. und mit 14 eingeladenen Produktionen bislang umfangreichsten Ausgabe des Junge-Regie-Festivals «Radikal jung» am Münchner Volkstheater. Dafür eine breite Spanne mehr oder weniger kluger, tiefgründiger, fieser, witziger und überschwänglicher Selbstver­ortungsversuche – wobei weniger die opulenten Großbühnen-Produktionen als die unaufwendigen, im guten Sinne etwas eigenbrötlerisch zwischen gängigen Formaten agierenden Projekte den stärkeren Nachhall erzeugten.

Damit entfernt sich der Fokus des Festivals durchaus wohltuend vom Anspruch einer Vorauswahl künftiger Theatertreffen-Anwärter (selbst wenn mit Anta Helena Recke diesmal sogar eine Theatertreffen-Ve­te­ranin nochmals nach München zurückkehrt). Vielmehr ergibt sich durch die divergierenden Vorlieben der Dreier-Jury – Volkstheater-Chefdramaturg Kilian Engels, der ehemalige Theaterkritiker und Journalistik-Professor C. Bernd Sucher und als überregionale Neubesetzung die Berliner Theaterjournalistin Christine Wahl – eine Mischung, die die weitgestreuten und mitunter auch etwas diffusen Suchbewegungen der Häuser nach relevanten Anknüpfungspunkten ans Zeitgeschehen widerspiegelt. Ob ...

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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Festivals, Seite 41
von Silvia Stammen

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Daten (7/2019)

Aalen, Theater der Stadt
9. Projekt, Verführung ist die wahre Gewalt

R. Tina Brüggemann, Jonathan Giele und Petra Jenni (Schloss Fachsenfeld) 

Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
6. nach Kobell, Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben

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Halberstadt/Quedlinburg, Städtebundtheater
6. von Düffel, Döner zweier Herren

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Hamburg, Altonaer Theater
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