Unangenehme Wahrheiten

Cornelia Koppetsch erklärt eine «Gesellschaft des Zorns»

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Cornelia Koppetschs «Die Gesellschaft des Zorns» ist nicht das erste Buch, das den Rechtspopulismus erklären will. Es vermisst detailreich die sozioökonomischen Veränderungen und den kul­turellen Wertewandel, der in den letzten Jahrzehnten die westlichen liberalen Demokratien erfasst und zu den bekannten Konsequenzen geführt hat.

Auch Koppetsch findet in Globa­lisierung und Neoliberalismus den Brandbeschleuniger von Entwicklungen, die zur rasanten Zunahme von Ungleichheit, der Erosion von gesellschaftlichem Zusammenhalt, zu Illusionen von vergangener Ordnung, Fremdenfeindlichkeit und schließlich dem Erstarken der neuen Rechtsparteien geführt haben. 

Der Umbruch von der fordistischen Industriemoderne zur hochindividualisierten Spätmo­derne mit ihren Freiheitsgewinnen, aber auch Wettbewerbsverschärfungen, Kreativitätsimperativen und wachsenden Unsicherheiten hat zu einer neuen gesellschaftlichen Trennlinie geführt: Auf der einen Seite diejenigen, die zu den Gewinnern von Bildungsexpansion und Transnationalisierung gehören, den kosmopolitischen Eliten einer hochmobilen neuen Wissensökonomie, und auf der anderen Seite die bunte Allianz der Verlierer, die sich aus einem neuen ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 44
von Franz Wille

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