Im Körpergedächtnis

Ein umfangreicher Reader führt durch das «Jahrhundert des Tanzes»

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Was bleibt von der flüchtigsten und der lebendigsten aller Kunstformen, dem Tanz, wenn die Bewegungen verschwunden und die Körper, die sie tanzten und formten, längst tot sind? Vereinzelte Dokumente, Briefe und Fotografien, Notizen und Kostümteile, die in Archiven leblos vor sich hin dämmern. Das Verhältnis von Tanz und Archiv beschäftigt nicht nur die Tanzwissenschaft seit nunmehr zwanzig Jahren.

Angestoßen durch Tänzerinnen und Tänzer selbst, die Ende der 1990er Jahre im Rekurs auf die Geschichte ihrer Kunstform ihre eigenen zeitgenössischen Positionen bestimmen wollten, hat sich die Tanzszene seither längst vergessenen Positionen der Tanzgeschichte in allen erdenklichen Spielarten der Rekonstruktion beherzt angenommen. 

Diese rege Aktivität liegt nicht zuletzt auch an der Arbeit des Tanzfonds Erbe, einem Projekt der Kulturstiftung des Bundes, das seit seiner Gründung 2011 über 60 Projekte gefördert hat, die sich mit dem «Kulturerbe Tanz» auseinandersetzen. Ende des vergangenen Jahrhunderts noch als Millenium-Blues abgetan, dauert die Beschäftigung mit dem Erbe des Tanzes also auch heute unvermindert an. Zeugnis davon legte im September diesen Jahres eine Ausstellung an der ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 42
von Gerald Siegmund

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