Im Körpergedächtnis
Was bleibt von der flüchtigsten und der lebendigsten aller Kunstformen, dem Tanz, wenn die Bewegungen verschwunden und die Körper, die sie tanzten und formten, längst tot sind? Vereinzelte Dokumente, Briefe und Fotografien, Notizen und Kostümteile, die in Archiven leblos vor sich hin dämmern. Das Verhältnis von Tanz und Archiv beschäftigt nicht nur die Tanzwissenschaft seit nunmehr zwanzig Jahren.
Angestoßen durch Tänzerinnen und Tänzer selbst, die Ende der 1990er Jahre im Rekurs auf die Geschichte ihrer Kunstform ihre eigenen zeitgenössischen Positionen bestimmen wollten, hat sich die Tanzszene seither längst vergessenen Positionen der Tanzgeschichte in allen erdenklichen Spielarten der Rekonstruktion beherzt angenommen.
Diese rege Aktivität liegt nicht zuletzt auch an der Arbeit des Tanzfonds Erbe, einem Projekt der Kulturstiftung des Bundes, das seit seiner Gründung 2011 über 60 Projekte gefördert hat, die sich mit dem «Kulturerbe Tanz» auseinandersetzen. Ende des vergangenen Jahrhunderts noch als Millenium-Blues abgetan, dauert die Beschäftigung mit dem Erbe des Tanzes also auch heute unvermindert an. Zeugnis davon legte im September diesen Jahres eine Ausstellung an der ...
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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Büchermagazin, Seite 42
von Gerald Siegmund
Albrecht Berblinger (1770–1829) war das Klischee eines schwäbischen Tüftlers: ein gelernter Schneider aus Ulm, der über Jahre hinweg eine «Flugmaschine» entwickelte, eigentlich ein Hängegleiter, der tatsächlich flugfähig war, bei einer öffentlichen Vorführung 1811 allerdings in die Donau stürzte und Berblinger dem Gespött der Bevölkerung preisgab. Der «Wir können...
Nur in Barcelona wird noch mehr Kokain konsumiert als in Zürich. Unter den ersten zehn von 56 europäischen Städten, in denen das European Monitoring Centre for Drugs and Drugs Addiction 2017 die Abbaustoffe in der Kanalisation maß, sind fünf aus der Schweiz. Dortmund liegt auf Platz zehn, Frankfurt auf Platz zwölf. Man wird nicht sagen können, dass die Geschichte...
Eine Sache nicht zu beherrschen ist der Anfang der Kunst. Und nicht nur der Anfang, sondern auch das Ende und Ziel, so sieht es jedenfalls das Nature Theater of Oklahoma, das die Sache des Theaters so gut es nur geht nicht beherrscht. Das Duo (und Paar) Kelly Copper und Pavol Liska ist seit rund fünfzehn Jahren unter dem Kafkas «Der Verschollene» entlehnten Namen...
