Düsseldorf: Entschuldigung!

Jun Tsutsui «Shakagaike – Der Buddha-Teich»

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Manchmal bleibt der Blick im Theater an den Übertiteln hängen, folgt verträumt den Textzeilen und ignoriert die zeitgleich dargebotenen «feinen Nuancen der Schauspielkunst» völlig. Weil es tierisch nervt, als Schauspielerin durch die Textebene ausgebootet zu werden, entscheiden sich Natsumi Kamada und Nadja Duesterberg trotzig konsequent gegen das Spiel und für das reine «Skript»: In der Uraufführung «Shakagaike – der Buddha-Teich» am Düsseldorfer FFT werden die deutsch-japanischen Übertitel zu Hauptdarstellern.

Die Schauspielerinnen stellen sich in deren Dienst, lesen vom Laptop ab, rufen die Texteinblendungen via Knopfdruck auf und springen nur in eine Rolle, wenn die Übertitel es explizit fordern – dann aber mit sichtlichem Spaß an der Karikatur. 

Dass Kamada und Duesterberg nicht dieselbe Sprache sprechen, also selbst auf Übertitel angewiesen sind, ist ein bestechendes Setting um zu reflektieren, was Kommunikation stillschweigend unterstellt: eine kongruente Vorstellung von Signifikant und Signifikat, vergleichbaren historischen und kulturellen Bezugspunkten, analoge Frames im Kopf – und was die Sprach- und Kognitionswissenschaft noch so im Repertoire hat. Charmant sind die ...

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Theater heute Dezember 2019
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Cornelia Fiedler

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