Überlebensgroß Herr Kratt?
Ein Arbeitstag wie ungezählte andere auch im Theater: Repertoirevorstellung, auf dem Spielplan steht Shakespeares finstre Fabel vom dritten Richard. Gerade ist sie bis ins blutige Finale gelangt, und das Publikum, an diesem Abend zum Beispiel das in Hannover, hat sich ja mittlerweile selbst jenseits der breiteren (und oft schon recht ausgetretenen) Trampelpfade der Moderne an deren Methoden einigermaßen gewöhnen können, auch an die Manierismen und Macken der – wie hieß das noch gleich? Ach ja: Dekonstruktion.
Über deren manchmal etwas verquere Absonderlichkeiten regt sich kaum mehr jemand ernstlich auf, auch wenn Richards Lebens- und Todesweg doch einigermaßen anders aussieht, als das normalerweise bei diesem Klassiker zu erwarten wäre. Egal – auch wenn das so ist, hat die Kundschaft dem Ensemble und der Inszenierung an diesem Abend gerade erstaunlich fleißig applaudiert. Und so könnte das doch eigentlich ein ziemlich schöner, rundum erfolgreicher und darum erfreulicher Theateralltagsarbeitsabend gewesen sein und ein guter Anlass für den einen oder anderen gemütlich-entspannten Absacker in der Kantine.
Für Clemens Schick leider nicht.
Richard III., das Kind an der Macht
Er hat ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Was verbindet Calderóns polnischen König Sigismund, den holländischen Renaissancemaler Peter Paul Rubens und de Laclos’ frisch aufgeklärten Franzosen Marquis de Valmont? Als «Menschen des Barock» gelten und stehen sie derzeit im Mittelpunkt der am 15. Oktober endenden RuhrTriennale und bevölkern die Industriedenkmäler zwischen Duisburg und Essen. Doch allzu eng...
Schwarz auf Weiß, das kennen wir, das kann man getrost nach Hause tragen. Doch Schwarz auf Schwarz, da kann man nichts erkennen. Auf den schwarzen Eisernen Vorhang schreibt eine schwarz gekleidete Figur etwas in großen schwarzen Buchstaben. Nur als feuchtes Glitzern liest man den Satz: «Ich bin nicht, der ich bin.» Jago ist es, der diesen Selbstverneinungsspruch an...
Es war ein langes Drama mit Ranküne, Pech und Pleiten, doch angesichts der Entstehungsgeschichte des neuen Hans-Otto-Theaters darf man von einem Glücksfall sprechen, der das Stück mit einem Happy-End beschloss.
Das erste Potsdamer Theaterpublikum trug noch Perücke. Der Hofstaat Friedrichs II. delektierte sich an dramatischen Stücken ab 1748 im Hoftheater des...
