Überlebensgroß Herr Kratt?
Ein Arbeitstag wie ungezählte andere auch im Theater: Repertoirevorstellung, auf dem Spielplan steht Shakespeares finstre Fabel vom dritten Richard. Gerade ist sie bis ins blutige Finale gelangt, und das Publikum, an diesem Abend zum Beispiel das in Hannover, hat sich ja mittlerweile selbst jenseits der breiteren (und oft schon recht ausgetretenen) Trampelpfade der Moderne an deren Methoden einigermaßen gewöhnen können, auch an die Manierismen und Macken der – wie hieß das noch gleich? Ach ja: Dekonstruktion.
Über deren manchmal etwas verquere Absonderlichkeiten regt sich kaum mehr jemand ernstlich auf, auch wenn Richards Lebens- und Todesweg doch einigermaßen anders aussieht, als das normalerweise bei diesem Klassiker zu erwarten wäre. Egal – auch wenn das so ist, hat die Kundschaft dem Ensemble und der Inszenierung an diesem Abend gerade erstaunlich fleißig applaudiert. Und so könnte das doch eigentlich ein ziemlich schöner, rundum erfolgreicher und darum erfreulicher Theateralltagsarbeitsabend gewesen sein und ein guter Anlass für den einen oder anderen gemütlich-entspannten Absacker in der Kantine.
Für Clemens Schick leider nicht.
Richard III., das Kind an der Macht
Er hat ...
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