Man sieht alles!

Eine Betrachtung zu Saisonbeginn

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Es wundert einen, dass die Leute immer noch ins Theater gehen, nach allem, was sie in der Schule durchgemacht haben.

Orson Welles

 

Finde ich mich in einem Theaterfoyer umringt von Menschen, die meine Kinder sein könnten, es gottlob nicht sind – hätte mein Kind auch so eine Plastikumhängetasche und würde sich unique fühlen? –, dann läuft etwas falsch. Ein Theater, in das Zwanzigjährige strömen, ist mir zutiefst unsympathisch. Vermutlich hat es den Ruf, hip zu sein, das Theater, macht Späßchen mit Rockstars und Comedians, auf jeden Fall ist es anbiedernd und abzulehnen.

Junge Menschen haben im Theater nichts zu suchen. Da geht man hin, als Kind, ins Weihnachtsmärchen, vielleicht noch als verwirrter Pubertierender, um den Schmerz der intellektuellen Qual auszukosten, in jener Zeit, als Wachsender, da man glauben mag, dass nur Bedeutung hat, was keine Freude bereitet – aber danach muss Ruhe sein. Ablehnung. Revolution. Ekel.

 

Kunst und Wahrheit

Theater ist für die Generation der Eltern, ist kein Kino, ist Anstrengung, unbequemes Gestühl und meist Langeweile. Junge Menschen, die sich für Kunst interessieren, sind verzogene Gören, denn Jugend und Kunst gehören nicht zusammen. In der ...

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Theater heute Oktober 2006
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Sibylle Berg

Vergriffen
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