Überlagernde Schichten mit Goldgrund
In den letzten Jahren erleben wir vielfältige Diskussionen um den Umgang mit historischer Bausubstanz durch ökologisch sinnvolle Nachnutzung und die ästhetischen Konsequenzen, die sich daraus für den umgebenden (städtischen) Kontext ergeben. Dieser Artikel konzentriert sich auf die architektonischen Überschreibungen in ausgewählten heutigen Bühnenbauten und geht von vielschichtigen sichtbaren Zeitebenen als Bereicherung der Theaterarbeit aus.
Durch die Zusammenführung der unterschiedlichen Perspektiven aus den Bereichen Szenografie, Bühnentechnik und Architektur wird versucht, die assoziativ auf -geladene und erinnerungskulturelle Konstruktion der Theater zu entschlüsseln und in Bezug zu aktuellen Eingriffen zu stellen.
Nach einem baugeschichtlichen Abriss und Überlegungen zum kollektiven Gedächtnis als Bestandteil der szenografischen Praxis werden architektonische Transformationsprozesse beleuchtet, die aufgrund des sich stetig verändernden Gebrauchs nicht nur die steinerne Substanz, sondern auch die Bereitschaft zu theatralen (Nach-)Nutzungen mit einem neuen Kulturverständnis öffnen. Neben der traditionellen Guckkastenbühne mit zentralen Blickachsen und (ehemals) hierarchischer ...
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Theater heute April 2026
Rubrik: Theaterarchitektur, Seite 32
von Bri Newesely
Ein Leben ohne Männer in schwesterlicher Gemeinschaft, fernab von patriarchalen Erwartungen. In den sozialen Medien steht bei manchen jungen Frauen ausgerechnet das zölibatäre Ordensleben hoch im Kurs; spätestens seit drei betagte Chorschwestern aus Goldenstein Ende 2025 ihr Kloster besetzten und damit viral gingen, scheint das Dasein als Nonne im Trend zu liegen....
Auf die nackte Wand des Wiener Akademietheaters wird ein historisch anmutendes Foto projiziert: Wer war der jüdische Mann auf dem Bild, der auf Sommerfrische stolz eine österreichische Tracht trägt? Keine Frage: Die Uraufführung «Isidor» ist eine Spurensuche.
Die Berliner Journalistin und Moderatorin Shelly Kupferberg wurde in einem Dachboden in Tel Aviv in längst...
Riesig prangt der Satz «Langsam fängt es bereits an zu dämmern» über der Großen Bühne des Basler Theaters. Die ist leer, wird nur auf beiden Seiten von vier halbrund gebogenen Gerüsten mit Leuchtstäben begrenzt. Die so entstandene Röhre stellt die Menschen aus, lässt an ein zu großes Kirchenschiff denken oder an eine U-Bahn-Station, die zum Schutzraum geworden ist...
