Überlagernde Schichten mit Goldgrund
In den letzten Jahren erleben wir vielfältige Diskussionen um den Umgang mit historischer Bausubstanz durch ökologisch sinnvolle Nachnutzung und die ästhetischen Konsequenzen, die sich daraus für den umgebenden (städtischen) Kontext ergeben. Dieser Artikel konzentriert sich auf die architektonischen Überschreibungen in ausgewählten heutigen Bühnenbauten und geht von vielschichtigen sichtbaren Zeitebenen als Bereicherung der Theaterarbeit aus.
Durch die Zusammenführung der unterschiedlichen Perspektiven aus den Bereichen Szenografie, Bühnentechnik und Architektur wird versucht, die assoziativ auf -geladene und erinnerungskulturelle Konstruktion der Theater zu entschlüsseln und in Bezug zu aktuellen Eingriffen zu stellen.
Nach einem baugeschichtlichen Abriss und Überlegungen zum kollektiven Gedächtnis als Bestandteil der szenografischen Praxis werden architektonische Transformationsprozesse beleuchtet, die aufgrund des sich stetig verändernden Gebrauchs nicht nur die steinerne Substanz, sondern auch die Bereitschaft zu theatralen (Nach-)Nutzungen mit einem neuen Kulturverständnis öffnen. Neben der traditionellen Guckkastenbühne mit zentralen Blickachsen und (ehemals) hierarchischer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2026
Rubrik: Theaterarchitektur, Seite 32
von Bri Newesely
Ein Unbekannter kommt nach dem Dreißigjährigen Krieg ins Dorf, um sein Erbe anzutreten: ein halb eingefallenes Bauernhaus, ein Stück Land mit Acker und Wald. Der schmächtige Mann zeigt seine Papiere, erklärt knapp, warum er woanders aufgewachsen ist als sein ferner Verwandter und kaut auf einer Gewehrkugel herum, die er um den Hals trägt. Diese Kugel, erzählt er...
Will der Mensch das wirklich? Einen aufgehübschten, ewig jungen KI-Avatar für sich arbeiten lassen und sich dann selbst zu Tode langweilen? Und was ist Schönheit schon wert, wenn das «Pretty Privilege» – das Privileg, das normschönen Menschen das Leben einfacher zu machen scheint – auf alle Menschen übergeht? Will der Mensch in der durchschnittsschönen Masse...
Christine Wahl Frau Schlewitt, herzlichen Glückwunsch zum Theaterpreis des Bundes 2026! In einem Text über Ihr Haus wird eine Zuschauerin mit dem Satz zitiert: «Wenn es HELLERAU nicht gäbe, wäre ich schon längst weg aus Dresden.» Was findet sie bei Ihnen, was ihr sonst in der Stadt fehlt?
Carena Schlewitt Ich glaube, ein großer Reiz besteht tatsächlich darin, dass...
