Schönheitsinflation
Will der Mensch das wirklich? Einen aufgehübschten, ewig jungen KI-Avatar für sich arbeiten lassen und sich dann selbst zu Tode langweilen? Und was ist Schönheit schon wert, wenn das «Pretty Privilege» – das Privileg, das normschönen Menschen das Leben einfacher zu machen scheint – auf alle Menschen übergeht? Will der Mensch in der durchschnittsschönen Masse untergehen? Solche Fragen werden derzeit in deutschen Theatern gerne in Gestalt von Dys -topien behandelt.
So ist die Welt, die Wilke Weermann als Texter und Regisseur von «Pretty Privilege» im Kammertheater des Schauspiels Stuttgart auf die Bühne gebracht hat, eben à la mode eine düstere, unheimliche, eklige.
Weerman hat sich für sein Stück an Oscar Wildes Roman «Das Bildnis des Dorian Gray» bedient, Figuren und Motive daraus entnommen, sie in die nahe Zukunft geholt und eine poppige, aufgedrehte Gruselkomödie daraus gemacht. Im Roman lässt der superattraktive Dorian ja seinen Alterungsprozess auf ein Objekt, ein Gemälde, übertragen. Weermann hat diese Idee umgedreht: Das Objekt, ein Avatar, bleibt jung, das Origi -nal altert. Und er packt in sein Stück gefühlt alle derzeitigen medialen Themen-Hypes: Selbstoptimierung, ...
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Theater heute April 2026
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Verena Großkreutz
Sie heißen Elisabeth, Sophie und Diana. Sie sind ratzfatz verheiratet, damals verdammt jung, und natürlich jungfräulich. Sie leben in einer Zeit, in der Frauen gehandelt wurden wie Tafelsilber, Anwesen oder Ländereien, ihr Jobtitel war Thronfolger-Gebärende, am liebsten mit Aprikosenduft im Dekolleté.
Bis heute sind sie – mystisch, unerreichbar und blaublütig –...
Das Stück "To My Little Boy. Held aus Polyester" kann aufgrund seiner komplexen Formatierung nicht im Browser dargestellt werden. Abonnenten können es im E-Paper der aktuellen Ausgabe lesen.
ANTWERPEN, M HKA
bis 17. Mai 2026, COSMIC BODY. First Incision
Am M HKA präsentiert Stef Van Looveren «COSMIC BODY. First Incision», eine site-spezifische Performance, in der Museum, Körper und Materialien zu einem ritualisierten, performativen Raum verschmelzen. Die Arbeit erforscht Verwandlung, Identität und körperliche Präsenz im Kontext queer-nonbinärer...
