Überforderung der Perspektivlosen

Lutz Hübner «Dream Team»

Theater heute - Logo

«Warum eigentlich immer die Türken?», fragt der vierzehnjährige türkische Junge hinter mir leise, dann verfällt er wieder – ebenso wie die restlichen Schüler dreier Schulformen (Haupt- und Realschule und Gymnasium) – in gebanntes Schweigen. Und das für eineinhalb Stunden im Theater. Hut ab.

«Dream Team» von Lutz Hübner schafft es, Jugendliche aus den verschiedensten Milieus zu erreichen – mit lässig unangestrengten Dialogen und einer Grundsituation, die jedem vertraut ist: Überforderung und ihre Folgen.

Tom hat (eher versehentlich) ein iPhone geklaut, und zwar dummerweise das der Tochter seines Chefs, Herrn Schmitz. Das Problem ist, dass dieser ihn auch sofort im Blick hat und ihm mit Rausschmiss droht. Um den Verdacht von sich abzulenken, schmiedet Tom einen Plan, in dem sein gerade aus dem «Bau» entlassener Freund Bruno am Telefon einen Türken spielen soll, der Geld für die iPhone-Übergabe verlangt. Alles scheint zu klappen, doch dann steht plötzlich Herr Schmitz vor der Tür … Bruno sieht bald rot und schlägt zu. So landet Herr Schmitz blutend und gefesselt an der Heizung. Er erkennt, dass den Jungs die ganze Sache komplett aus dem Ruder gelaufen ist und bastelt geistesgegenwärtig ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2009
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Natalie Bloch

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kein Schuss am Schluss

Eines Tages, sagt er, habe er sich schlagartig verändert. Das muss wohl wahr sein, denn seither ist er ein pathologischer Fall und in Tschechows Menschenpanorama der einzige tatsächlich Depressive. Heute würde der Hausarzt seines Vertrauens ihm ein Medikament zur Mobilisierung der einschlägigen Neurotransmitter verabreichen, und es ginge ihm etwas besser. Zu Zeiten...

As time goes by

Exakt 2783 Jahre europäische Theaterge­schichts­daten auf 239 Seiten nebst weiteren 116 Seiten aufgelisteter Theaterliteratur zum Thema – wer so ein Projekt zwischen zwei Buchdeckel bringt, braucht viel Leidenschaft. Wolfgang Becks datenselige «Chronik des europäischen Theaters von der Antike bis zur Ge­genwart» will einen Überblick geben über «Zusammenhänge,...

Schmettern oder Schmeicheln

Da wollte man Zeit seines Lebens ganz anders werden, und dann das. Lars und Max-Otto Wittershagen stehen einfach nebeneinander und lassen das Bild wirken. Lars ist der Musiker in der Theaterfamilie Sebastian Nüblings und Max-Otto der Vater einer Familie, in die Lars geboren wurde. Jetzt präsentieren sie sich wie in der Zeit versetzte Zwillinge mit imposanten...