Tristesse total
Die Chauvinisten sind unter uns. Lackbeschuht schlurfen sie übers Parkett aus rostblutenden Planken, die einer von ihnen wohl in einem Testosteronanfall aus seinem Schiff gebrochen hat. Schließlich ist das hier eine Männerwelt. Und da ist kein Platz für diese Gestalt, die mit strähnigem Haar und knittrigem weißen Frackhemd wie ein eingesperrtes Tier hin- und herläuft, seufzt, singt, summt, flucht und immer wieder böse nach Iason ruft. Eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, der man besser nicht mit dummen Sprüchen kommt.
König Kreon (Felix von Manteuffel) hat das leider nicht begriffen. Feist und pistazienfressend will er diese Fremde aus seinem Land vertreiben, weil ihr Mann – eben dieser Iason, der auf seinem stolzen Segler hier vor Anker gegangen ist – nun sein Schwiegersohn werden soll und von Exfrauen nichts Gutes zu erwarten ist.
Vor allem wenn sie Medeia heißen und mit weiblicher Zurückhaltung nichts am Hut haben. Zu tief getroffen ist diese von Iasons Treuebruch, als dass sie nun stillschweigend die neue Bindung dulden könnte. Aber ihre Meinung will man im harmoniesüchtigen Korinth nicht hören. «Ich sehe, du willst durchaus lästig werden, Frau», sagt Kreon und spricht ...
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Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Nach zehn Jahren haben wir das Erscheinungsbild von «Theater heute» gründlich überarbeitet. Das abbildungsfreundliche Heftformat, deutlich breiter als die üblichen DIN-Formate, wird im Layout wieder aufgenommen, die Schrift läuft lesbarer, drohende Bleiwüsten werden systematisch bewässert. Da die klassische...
Eine seiner Geschichten, die er öfter erzählte, als ihr unbedingt gut tat, war der Stuka-Angriff auf den Hafen von Malta, wo die englischen Kriegsschiffe lagen: Wie sich der Bomber mit drohendem Geheul auf die Stadt stürzte, wie die Menschen auf dem Marktplatz als kleine Ameisen panikartig auseinanderspritzten, wie der Pilot die Maschine im letzten Moment wieder...
Eine zwiespältige Einladung ist das, wenn sich Theaterleute in «Theater heute» über die Kritik und ihr Verhältnis zum Theater äußern sollen. Denn wer als zweiter zieht, zieht immer den Kürzeren. Kritiker zu kritisieren, die einen auch schon mal schlecht besprochen haben, kann schnell etwas Beleidigtes bekommen. Und «die» Kritik gibt es ja auch gar nicht. Und wäre...
