Traumaspiel und Machtkampf

Das Staatstheater Wiesbaden läuft sich mit starken Regiehandschriften warm: Ersan Mondtag inszeniert das Auftragswerk «Double Serpent» von Sam Max, Stefan Pucher erzählt «Woyzeck» als Hiphop-Märchen

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Drei Mal steigt der junge Mann die Marmortreppe hinunter, jeder Schritt von Hall begleitet. Drei Mal steht er am Fuß der Treppe im runden Becken eines Brunnens. Drei Mal nähern sich ihm aus der Tiefe des Raumes, der das großbürgerliche Entrée einer Jugendstil-Villa vorstellt, zwei sich vollkommen synchron bewegende Männer. Drei Mal stürzt der junge Mann vor dem Brunnenbecken, doch jedes Mal passiert etwas geringfügig anderes: Die Männer schütten Pulver in sein Gesicht, sie heben ihn auf, bringen ihn weg, leicht zeitversetzt, am Ende nur pantomimisch.

Wie ein seltsames Ritual beginnt die Uraufführung von Sam Max’ Sex- und Traumathriller «Double Serpent». Das Staatstheater Wiesbaden, seit Spielzeitbeginn unter der neuen Leitung von Dorothea Hartmann (Oper) und Beate Heine (Schauspiel), hat dem/der 1995 geborenen US-Amerikaner:in den Stückauftrag erteilt. Seit einer Einladung zum Berliner Stückemarkt 2020 verfolgt Max sowohl eine amerikanische als auch deutsche Karriere; Wilke Weermann, der «Double Serpent» ins Deutsche übersetzt hat, führte auch schon bei der deutschen Erstaufführung von «Coop» («Zaun») in Bamberg Regie. Auf Sam Max’ Website ist zu lesen, dass deren Werk «sexuality, ...

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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Eva Behrendt

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