Totaler Kulturkrieg
Zumindest im belgischen Gent scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: «Da Gent eine sehr progressive Stadt ist, scheint rechtsextreme Einflussnahme auf Kultur noch sehr weit weg zu sein», erzählt Ilse Delmeire, Geschäftsführerin des Campo-Theaters Gent. Trotz Kürzungen und jüngster Reduktion der Anzahl ihrer Mitarbeiterinnen von 22 auf 18 funktionierten die demokratischen Kontrollinstanzen in Belgien gut.
Und doch erreichen bei aktuellen Umfragewerten die rechtsnationale NVA und der rechtspopulistische Vlaams Belang in Flandern fast 50 Prozent, werde das Koalitionsverbot mit Vlaams Belang in kleineren Städten aufgeweicht, stiegen die Versuche politischer Einflussnahme auf Kultur.
Besonders der spezielle Kulturvertrag, der 1970 in Flandern geschlossen wurde, erweise sich als problematisch: Eigentlich sehe er demokratisch vor, dass im Vorstand jeder großen Kulturinstitution jede politische Ausrichtung Mitspracherecht habe. Doch genau daher kämen nun die zunehmenden rechtsextremen Einflussversuche. So verunglimpfte der Vlaams Belang-Politiker und Vorstandsmitglied des Königlich Flämischen Schauburg KVS Filip Brusselmanns den Intendanten Michael de Cock öffentlich, indem er über ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Dorothea Marcus
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