«Somebody get me out of here»
Das Mark Taper Forum in Los Angeles hat mit einem Paukenschlag wiedereröffnet: mit einer Neuinszenierung der ikonischen Rockoper «American Idiot» von Green-Day-Frontman Billie Joe Armstrong und Michael Mayer. Die Produktion der Center Theatre Group in Zusammenarbeit mit Deaf West markiert den mutigen Auftakt der neuen künstlerischen Leitung von Regisseur Snehal Desai. Für ein deutsches Publikum mag die Center Theatre Group (CTG) kein geläufiger Name sein, doch in den USA gehört sie zu den wichtigsten gemeinnützigen Theater-Institutionen außerhalb von New York City.
Seit ihrer Gründung 1967 hat CTG über 700 Produktionen auf die Bühne gebracht, darunter die Uraufführung von Tony Kushners «Angels in America». Das Mark Taper Forum, eine der drei Spielstätten der CTG, ist bekannt dafür, die Grenzen des Theaters immer wieder neu auszuloten. Nach einjähriger, Post-Corona-Budgetbedingter Unterbrechung des Spielbetriebs wurde das Taper diesen Herbst nun mit Desais erster Produktion für CTG wiedereröffnet – ein klares Bekenntnis zu künstlerischer Neuausrichtung und Inklusion.
Kooperationspartner Deaf West wurde 1991 in Los Angeles gegründet, wird derzeit vom Künstlerischen Direktor DJ Kurs ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: International, Seite 32
von Irina Szodruch
Dass Liebe kälter als das Kapital ist, wusste schon Carlo Goldoni sehr genau. In seiner «Trilogie der Sommerfrische» geht es nur an der Oberfläche darum, wer mit wem auf Urlaub fährt oder wer in wen verliebt ist. In Wahrheit dreht sich alles ums Geld, wobei der Witz dieser Komödie – eigentlich tatsächlich eine Trilogie, die in der Praxis aber meist zum Dreiakter...
Bernarda Alba oder ein Puppenheim. Alex Eales hat eine Puppenstube an die Bühnenrampe des Hamburger Schauspielhauses gestellt: einen schmucklosen Flachbau, dem an der Rampenseite die Mauer fehlt. Man blickt direkt in die Zimmer der Familie Alba, kleine Kammern, in denen die fünf Töchter sowie die demente Großmutter leben; man könnte hineingreifen, und die Figuren...
Der gebürtige Rostocker Jörg Pose betritt als erster allein die Bühne, setzt sich auf einen Stuhl an der Rampe, zuckt und zupft an sich und seinem Harlekinspyjama herum. Er hebt an, von einem seltsamen Fiebertraum zu erzählen, in dem der Träumende schon gestorben ist und sich mit anderen auf eine Reise und in «ein Haus aus geballter weicher Luft» begibt, dann aber...
