Töne haben Ursachen. Immer.

Das Piano hält mehr zusammen, als man denkt. Zum Beispiel Heiner Goebbels’ «Stifters Dinge» und Alvis Hermanis’ «The Sound of Silence» bei der Spielzeit Europa der Berliner Festspiele

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Bei den beiden zentralen Produktionen der diesjährigen «Spielzeit Europa» musste man die zuständige Bühne innerhalb des Hauses der Berliner Festspiele ein bisschen suchen. Bei «Stifters Dinge (The Piano Piece)» von Heiner Goebbels musste man durch einen Nebeneingang eintreten, bei Alvis Hermanis «The Sound of Silence – ein Konzert von Simon & Garfunkel in Riga 1968, das nie stattgefunden hat» wurde man durch eine Fotoausstellung mit Rigaer Bohème-Szenen aus den Sechzigern über die Hinterbühne ins Theater geführt. Aber damit werden die Gemeinsamkeiten auch schon knapp.

Allenfalls noch dies: Hermanis’ Stück endet mit einem fürchterlichen Furioso auf dem Pianoforte. Paul Simon drischt, viel zu laut aufgedreht, die finalen Fortissimi aus «Bridge Over Troubled Water» über die karge Bühnenlandschaft, als könnte Kitsch durch Krach konter­kariert werden. Und auch bei Heiner Goebbels spielt das Piano eine gewisse Rolle, wie schon der Untertitel andeutet.

Das Piano! Was ist ihm nicht alles angetan worden in den Jahren der Avantgarden und Neo-Avantgarden. Kaum eine Kunstbewegung kommt im zwanzigsten Jahrhundert ohne ihre Flügelzerstörungen und Klavierausdemfensterschmeißereien aus, kein ...

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Theater heute Januar 2008
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Diedrich Diederichsen

Vergriffen
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