Der Weltdorf-Theatermacher
Christian Stückl ist ein sehr intensiver Mensch, das merkt man schon an der Art, wie er raucht. Er zieht nicht nur an der Zigarette, er saugt daran, manchmal mit einem so zischenden Inhalationsgeräusch, dass man den Lungenzug hört. Ungefähr so muss man sich den bayerischen Lockenkopf auch als Theaterleiter und Regisseur vorstellen: gierig alles auf- und in sich hineinsaugend, brennend, hingebungsvoll, unbedingt. Der Kettenraucher Stückl ist einer, der so arbeitet, wie er lebt: auf Lunge.
Gesund ist das nicht, es hat ihn im letzten Jahr sogar die Galle gekostet, aber was ist in diesem Leben schon gesund? Das Theater ganz sicher nicht, weil das per se schon ein Virus ist.
Wenn man wie Stückl immer unter Strom steht, muss es eine Energiequelle geben. Sie speist sich bei dem hitzigen Oberammergauer – von seiner grundsätzlichen Neugier mal abgesehen – aus einer immensen Begeisterungsfähigkeit von schier kindlicher Größe, die nicht nur nach innen wirkt, sondern in höchstem Maße ansteckend ist. Mit dieser Begabung als Motor stürzt sich Christian Stückl auf Theaterprojekte genauso wie auf Länder und Leute, und weil er dazu noch ein vollkommen uneitler, offener, grundsympathischer Kerl ist, ...
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