Tieffliegende Schmähs

Philipp Stölzl zeigt «Isidor» als ausladendes jüdisches Biopic im Wiener Akademietheater; «Lysistrata» überlebt im Burgtheater-Kasino als überdrehte Farce

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Auf die nackte Wand des Wiener Akademietheaters wird ein historisch anmutendes Foto projiziert: Wer war der jüdische Mann auf dem Bild, der auf Sommerfrische stolz eine österreichische Tracht trägt? Keine Frage: Die Uraufführung «Isidor» ist eine Spurensuche.

Die Berliner Journalistin und Moderatorin Shelly Kupferberg wurde in einem Dachboden in Tel Aviv in längst vergessenen Briefen ihres Großvaters auf ihren sagenumwobenen Urgroßonkel Isidor Geller aufmerksam. Dessen ebenso abenteuerliches wie tragisches Leben ließ sie nicht mehr los.

Es ist eine Geschichte, wie aus einem Film: Isidor kommt aus einer armen, religiösen Familie in Ostgalizien, zieht als junger Mann nach Wien, verliebt sich in die kreative, quirlige Metropole, stürzt sich Hals über Kopf ins kulturelle Leben – und beschließt, reich zu werden, zu jenen zu gehören, die im Frack in den ersten Reihen der Wiener Staatsoper sitzen. Er macht tatsächlich Karriere in einer Lederfabrik, kauft noch im Ersten Weltkrieg Aktien, die ihn danach so wohlhabend machen, dass er nichts mehr arbeiten muss. Er erwirbt ein Palais in der Innenstadt, feiert rauschende Feste – und fühlt sich als echter Wiener, als erfolgreicher Repräsentant ...

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Theater heute April 2026
Rubrik: Aufführungen, Seite 21
von Karin Cerny

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